Wie liest man einen Kommentar?

Der Gebrauch von Kommentaren ist für die Studierenden bei den Hausarbeiten und für die Refedrendarin/den Referendar bei der Klausur und der Vorbereitung des Aktenvortrages ein notwendiges Übel. Denn niemand kann auch nur annähernd alles im Kopf behalten, was bei der Anwendung juristischer Vorschriften wichtig sein könnte und so ist der Kommentar eines der wichtigsten Hilfsmittel bei der Bearbeitung von Klausuren, Aktenvorträgen, Hausarbeiten und natürlich auch Fällen im wirklichen Leben. Der richtige Gebrauch eines Kommentars ist nicht ganz so leicht, wie es den Anschein hat. Insbesondere wenn es auf Geschwindigkeit ankommt. Die Bearbeitungszeit für Aktenvorträge und Klausuren ist begrenzt und eine Menge davon wird für das Studium des Kommentars benötigt. Je schneller man ihm die nötigen Informationen entlocken kann, desto besser.

1. Wo suchen?

Angehende Juristinnen und Juristen sollten die entscheidenden Vorschriften eines Rechtsgebietes auswendig kennen, oder doch wenigstens ihre „Hausnummer“, sodass man nachschauen kann. Manchmal hilft es schon, wenn man noch ungefähr weiß, wo es steht und wenn alles nichts nützt, bleibt immer noch die „Idiotenwiese“, richtiger Register, am Schluss des Kommentars. Ungeachtet des Namens sollte man beim Aufsuchen der oft rettenden Wiese nicht aus falsch verstandenem Stolz zu lange zögern. Jede Sekunde, die durch erfolgloses oder falsches Suchen vergeudet wird, kann nicht für essentielle Prozesse wie Denken und Schreiben verwendet werden.

2. Wie suchen?

Das Schöne an Kommentaren ist ihre Ausführlichkeit. Diese kann aber zum Problem werden, wenn man etwas ganz Bestimmtes sucht und in der großen Textmasse so schnell nichts findet. Schlüsselvorschriften mit besonders vielen Erläuterungen ist oft ein eigenes Inhaltsverzeichnis vorangestellt, was schon viel Zeit sparen kann. Aber auch das Studium eines einzelnen Absatzes kann viel Zeit kosten; insbesondere dann, wenn er am Ende die benötigte Information doch nicht enthält.

Hier hilft die Fähigkeit zum Schnellesen, die sich genau wie das Schnellschreiben trainieren lässt. Man überfliegt den Absatz, bis man ein Wort findet, das einem weiterhelfen könnte, und vertieft sich erst dann in das Studium. So kann man viel Zeit und Konzentration sparen, die sonst für das fruchtlose Lesen irrelevanter Stellen verlorengehen könnte.

3. Was dann?

Wenn man das Gesuchte gefunden hat, muss man es, zumindest wenn es um Klausuren oder Aktenvorträge im Referendariat geht, auch schnell festhalten. Manche können es im Kopf behalten, jedoch gibt es keine Garantie dafür, dass es im Eifer des Gefechts auch dort bleibt. Deshalb sollte man zu weniger flüchtigen Methoden greifen. Manche markieren relevante Passagen gern mit einem Stift, andere schreiben das Gefundene auf einen Notizzettel. Tendenziell rate ich eher zu letzterer Methode: insbesondere, wenn der Kommentar sich in fremden Eigentum befindet, werden Markierungen dann ungern gesehen. Um die einmal gefundene Stelle nicht zu verschlagen, was bei den dicken Kommentaren und dem vollen Arbeitsplatz in der Klausur leicht passieren kann, hilft ein post-it als Lesezeichen.

Beim Anfertigen einer Hausarbeit empfiehlt es sich, wichtige Funde zu fotokopieren, damit man auch ohne Bibliothek oder Juris-Zugang darauf zurückgreifen kann. Auch ein Mobiltelefon mit eingebauter Kamera ist dafür sehr zu empfehlen. Insbesondere in der heißen Phase kurz vor Schluss kann das sehr viel Zeit sparen.

4.Anmerkungen

siehe auch: Jura-Studium – Universität Trier; Jura-Studium- Universität Bayreuth

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