Jura Schwerpunkt

Das erste Staatsexamen wurde vor ein paar Jahren reformiert. Aus einer Prüfung, die nur der Staat stellte, wurde eine zweigeteilte Prüfung mit einem staatlichen Teil, welcher 70 % der Gesamtnote ausmacht, und einem universitären Teil, der 30 % der Gesamtnote beinhaltet. Da nunmehr nicht nur ein staatlicher, sondern auch  ein universitärer Prüfungsteil, die sogenannte Schwerpunktbereichsprüfung, vorhanden ist, wurde aus dem „Ersten Staatsexamen“ die „Juristische Prüfung“.  Dieser Artikel soll sich mit dem universitären Prüfungsteil beschäftigen. Es soll aufgezeigt werden, dass es von Bundesland zu Bundesland verschiedene Systeme der Schwerpunktsbereichsprüfung gibt und welche Voraussetzungen geben sein müssen, um die Schwerpunktbereichsprüfung anzufertigen.

Die  Voraussetzungen

Da es sich bei der Schwerpunktsbereichsprüfung um einen Teil der “ Ersten Juristischen Prüfung“ handelt, welcher 30 % der Gesamtnote ausmacht, müssen zur Absolvierung dieser Prüfung verschiedene Voraussetzungen geben sein. Diese entsprechen in den meisten Bundesländern den Voraussetzung zur Anmeldung des staatlichen Pflichtfachbereiches. Folglich heißt dies, dass sowohl das Grundstudium absolviert sein muss und auch die Fortgeschrittenen Scheine sowie die Schlüsselqualifikation absolviert sein muss. Gegebenenfalls muss an verschiedenen Universitäten auch ein Nachweis über den Abschluss der Sprachscheine sowie der Pflichtpraktika vorlegt werden. Es gibt aber einen Unterschied zu den Anmeldeformalitäten des staatlichen Pflichtfachbereiches. Es muss nachgewiesen werden, dass ein Seminar besucht wurde. Zugleich muss das Bestehen eine Seminararbeit sowie deren Verteidiung in dem besuchten Seminar nachgewiesen werden.

Der Schwerpunkt

Den Namen „Schwerpunktbereich“ hat die Prüfung erhalten, weil jeder Studierende eine Vertiefung auf einem bestimmten Rechtsgebiet neben der normalen Ausbildung vornehmen soll. Daher bieten die Universitäten auf den drei Rechtsgebieten Strafrecht, Öffentliches Recht und Zivilrecht verschiedenen Schwerpunkte an.

Bereits während des Studium muss man sich entscheiden, welchen Schwerpunkt man absolvieren will, denn einige Universitäten verlangen, dass die Seminararbeit und das Seminar bereits in dem Schwerpunkt absolviert, in welchem man  später die Schwerpunktbereichsprüfung absolvieren will. Soll heißen, wenn sich der Studierende dazu entschließt das Seminar und die dazugehörige Seminararbeit im Zivilrecht abzulegen (Beispiel: Schwerpunkt Arbeitsrecht), dann ist er auch verpflichtet in der Schwerpunktbereich die Prüfung im Zivilrecht  (dann auch im Schwerpunkt Arbeitsrecht ) zu absolvieren.

Diese frühzeitige Entscheidung für einen Schwerpunkt bringt den Vorteil mit sich, dass man genügend Zeit hat die Lehrveranstaltungen zum Schwerpunkt sowie die das Seminar zu besuchen. Daher sollten die Informationsveranstaltungen, die die meisten Unis zu den Schwerpunkt anbieten, genutzt werden, um sich einen Überblick zu verschaffen welcher Schwerpunkt am besten zu einem passt.

Ziel des Schwerpunktes ist es, dass der Studierende bereits während des Studiums eine Spezialierung auf einem bestimmten Rechtsgebiet erhält.

Die verschiedenen Systeme

Die Schwerpunktbereichsprüfung ist von Universität zu Universität unterschiedlich. An vielen Unis kommt ein dreigliedriges System zur Anwendung. In der ersten Phase wird von den Studierenden verlangt, dass diese in einem bestimmten Zeitraum über ein bestimmtes Thema eine schriftliche Arbeit anfertigen. Nach Abschluss der Korrektur kommt es dann zur zweiten Phase der Verteidigung der Arbeit. In der dritten Phase kommt es zu einer mündlichen Prüfung, in welcher verschiedene Problematiken des Schwerpunkts anhand von kleinen Fällen erfragt werden. Diese mündliche Prüfung gestaltet sich ähnlich wie bei der staatlichen Prüfung. Bei der Bildung der Gesamtnote kommt in diesem Prüfungsverfahren die Anfertigung der schriftlichen Arbeit ein Großteil der Notengebung, die meist über 50 % der Gesamtnote ausmacht, zu. Der Verteidigung und der mündlichen Prüfung kommt ein kleinerer Prozentsatz der Gesamtnote zu.

An anderen Universitäten kommt ein viergliedriges System zur Anwendung. In diesem System ist neben der schriftlichen Arbeit, der Verteidung selbiger und einer mündlichen Prüfung als vierte Phase auch noch eine Anfertigung einer Klausur vorgesehen. Bei diesem Prüfungssystem liegt widerum der größte Anteil an der Gesamtnote des Schwerpunktes auf der schriftlichen Arbeit, aber auch ein sehr großer Anteil auf der Klausur. Der Verteidigung der Arbeit und auch der mündlichen Prüfung macht einen kleiner Teil der Gesamtnote aus.

Die schriftliche Arbeit

Der schriftlichen Arbeit in der Schwerpunktsbereichsprüfung ist der größte und zugleich wichtigste Part der gesamten Prüfung. Um überhaupt die schriftliche Arbeit anfertigen zu können, muss der Studierende beim Prüfungsamt  unter Vorlage der oben genannten abgelegten Prüfungen einen Antrag stellen und muss sich zugleich einen Termin auswählen, wann er mit der Anfertigung der Arbeit beginnen möchte. Je nachdem wie groß die Fakultät ist, gibt es zwei oder mehrere Termin, an welchen man mit der Arbeit beginnen kann. Hat der Studierende dann den Termin gewählt sowie rechtzeitig allen nötigen Unterlagen eingereicht, bekommt er schlussendlich die Bestätigung des Prüfungsamtes, dass er zu dem gewählten Zeitpunkt mit der Arbeit beginnen kann. An diesem Wunschtermin erhält man dann in einem Raum der Universität mit allen anderen Kommilitionen, die zu diesem Zeitpunkt ihre Arbeit zu schreiben beginnen wollen, das Thema der Arbeit. Wichtig zu wissen ist, dass – anders als bei Hausarbeiten – jeder Studierende ein anderes Thema bekommt als seine Kommoltionen. Bei der Ausgabe des Themas durch das Prüfungsamt wird dann nochmals auf Frist der Bearbeitung hingewiesen. Die Bearbeitungsfrist ist widerrum unterschiedlich. Sie beträgt je nach Universität 4 bis 8 Wochen. Hat man das Thema der Arbeit erhalten, welches meist nicht mehr als drei Sätze umfasst, muss man mit der Bearbeitung beginnen und man sollte schnellstmöglich beginnen. Zwar ist der Umfang der Arbeit meist auf 30 bis 60 Seiten begrenzt. Diese aber sinnvoll zu füllen, kann je nach Thema eine große Herausforderung für den Einzelnen bedeuten.Meist gibt es bei der Anfertigung der Arbeit ein Zeitproblem. Das Prüfungsamt ist ebenso wie bei den Hausarbeiten gnadenlos und geben keine weitere Möglichkeit länger zu schreiben.

Eine Besonderheit bringt die Schwerpunktsarbeit mit sich. Anders als bei den Hausarbeiten, wird diese Arbeit nicht im Gutachtenstil angefertigt. Bei dieser Arbeit wird ähnlich wie bei einem Referat mit einer Einleitung begonnen und dann die einzelnen Probleme dieses Themas erläutert. Am Ende schließt man mit einem Fazit oder einer kurzen Zusammenfassung.

Die mündliche Prüfung / Verteidiung der schriftlichen Arbeit

Nachdem die schriftliche Arbeit korrigiert worden ist und diese zugleich bestanden worden ist, wird der Studierende zur Verteidigung der Arbeit geladen. Neben der Verteidigung der Arbeit verlangen aber viele Universitäten noch eine weitere mündliche Leistung.

Bei der Verteidigung der Arbeit stellt der Prüfling zunächst seine Arbeit vor und erläutert die wichtigsten Erkenntnisse. Danach werden gezielt durch die Prüfer Fragen zu den einzelnen Themen der Arbeit gestellt. Bei der Verteidung der Arbeit sind meist Zuschauer zugelassen. Da in den meisten Fällen nur ein Prüfling das Thema bekommen hat, sind bei der Verteidigung keine weiteren Prüflinge beteiligt.

An vielen Universitäten kommt es oft nach der Verteidigung der Schwerpunktarbeit zur mündlichen Prüfung. Anderfalls wird im Vorfeld schon mitgeteilt, dass die mündliche Prüfung nicht am selben Tag stattfindet wie die Verteidigung. In dieser mündlichen Prüfung werden spezifische Fragen zum Schwerpunkt gestellt. Diese können sich teilweise noch auf Schwerpunktarbeit beziehen, können sich aber auch aus einem ganz anderen Bereich kommen.

Wichtig – wie bei jeder mündlichen Prüfung – ist, dass man sich die Prüfungsprotokolle der letzten Prüfungen holt, um zu schauen, ob die einzelnen Prüfer Lieblingsthemen haben, die sie immer abfragen.

Die Klausur

Die Klausur im Schwerpunkt wird nicht von allen Universitäten gefordert. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld der Prüfung in der jeweiligen Prüfungsordnung zu informieren, ob eine solche Klausur gefordert wird oder nicht.

Wenn sie gefordert wird, muss eine 5 stündige Klausur angefertigt werden, die auch einen großen Teil der gesamten Schwerpunktsnote ausmacht. Bei der Klausur erhält man – genauso wie im schriftlichen Examen – einen Fall aus dem jeweiligen Schwerpunktbereich. Dieser soll dann gutachterlich gelöst werden. Daher sollte – falls von der Universität angeboten – Probeklausuren geschrieben werden, um Übung bei der Anfertigung solcher Klausuren zu erhalten.

Hilfe bei der Vorbereitung auf den Schwerpunkt

Viele Studierende haben Probleme bei der Vorbereitung auf den Schwerpunkt. Gerade die Verteidigung der schriftlichen Arbeit und die dann meist folgendende mündliche Prüfung bereitet vielen Angst und Sorge. Und diejenige, die dann auch noch eine Klausur schreiben müssen, haben oft Probleme mit der Spezialmaterie, denn anders als bei der Vorbereitung auf die staatlich gestellten Klausuren, gibt es nicht soviele Möglichkeiten Probklausuren zu schreiben. Hilfe können dabei Repetitoren bieten. Aber auch hier ist es problematisch ein Gruppenrepetetorium zum finden, dass gerade eine Vorbereitung auf dem Gebiet des Schwerpunktes vornimmt. Nützliche Hilfe bei der Vorbereitung können daher Einzelrepetitoren sein, die individuell auf den Prüfling ihre Vorbereitung abstimmen und ebenfalls sich darum kümmern, dass der Studierende die Möglichkeit bekommt mündliche Prüfungen und Verteidigungen zu simulieren als auch Probeklausuren zu schreiben.

In folgenden Universitätsstädten bieten private Repetitoren eine Vorbereitung auf den Schwerpunkt an: München, Münster, Köln, Hamburg Frankfurt am Main, Berlin, Freiburg, Passau, Tübingen, Heidelberg, Bonn, Göttingen, Bayreuth, Greifswald, Konstanz, Osnabrück, Halle-Wittenberg, Mannheim, Gießen, Würzburg, Jena, Mainz, Bielefeld, Düsseldorf,  Bochum, Augsburg, Potsdam, Kiel, Bremen, Saarbrücken, Marburg, Regensburg, Trier, Hannover, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt/Oder, Leipzig, Rostock, Wiesbaden.

Anmerkungen

Jura Individuell informiert Sie über das juristische Studium vom ersten Semester bis zum zweiten Staatsexamen. Lesen Sie daher unsere nützlichen Artikel zur Motivation im Studium, über die Organisation und Struktur im Jura-Studium, über die Überwindung von Prüfungsangst, warum man sich für ein Jura Studium entscheiden sollte und was man gegen Lernprobleme machen kann. Außerdem beschäftigen sich unsere Artikel mit den Themen  des richtigen Lernens im Studium, dem Schutz gegen Überarbeitung  (Burnout) und wie man sich verhalten sollte, wenn man durch eine Prüfung durchgefallen ist. Weiterhin geben wir nützliche Tipps  zur Anfertigung einer Klausur oder Hausarbeit  sowie Vorbreitungshilfestellungen für die mündiche Prüfung.

Des weiteren erhalten Sie Hilfestellungen bei der Vorbereitung und Anfertigung der  Abschluss-, Schein-, Zwischenprüfungsklausuren (Zivilrecht, Öffentliches Recht, Strafrecht) und des  Staatexamen (Ablauf, mündliche Prüfung, Die Klausuren, Die Vorbereitung, Examen im Zivilrecht, Examensplan). Wir informieren Sie ebenfalls über Crashkurse zur Vorbereitung auf Klausuren und das Referendariat (Der erste Tag, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz).

Erfahren Sie mehr über die Tradition der Repetitorien, die Geschichte der modernen Universität, das Beamtentum, die Notwendigkeit der Repetitorien bei der Klausur- und Examensvorbereitung, die verschiedenen Formen von Repetitorien, den Ablauf des Individualunterrichtes sowie den Nutzen von ergänzenden juristischen Privatunterricht.

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