Uni München Jura

Der vorliegende Artikel möchte einen Überblick über das Jurastudium in München an der Ludwig-Maximilians-Universität geben. Er richtet sich vor allem an alle Interessierten, die sich vorstellen können, ein Studium der Rechtswissenschaften an der LMU zu absolvieren.

A. München, die bayerische Landeshauptstadt

München, die heutige Landeshauptstadt des Freistaates Bayern, geht auf den Zusammenschluss mehrere Klöster aus dem zwölften Jahrhundert zurück. Dieser Wurzel wird bis heute die enge Verbundenheit der Stadt zur traditionellen bayerischen Braukunst und, damit einhergehend, die Traditionen am Münchener Oktoberfest seit 1810 zugeschrieben. Neben den regelmäßigen Volksfesten auf der Theresienwiese, bietet die Stadt mit dem Englischen Garten, Olympiapark, vielen anderen Gartenanlagen, Seen und der Isar, genügend Möglichkeiten, zu jeder Jahreszeit freie Tage zu genießen. Auch das Umland ist für Ausflüge in die Berge, oder, für Kulturinteressierte, Besichtigungen der unzähligen bayerischen Schlösser ideal geeignet.

Wohl wegen der hohen Lebensqualität muss der Wohnungsmarkt als äußerst angespannt eingeordnet werden. Wohnungen in Uninähe sind kaum bezahlbar, Studentenwohnheime verweisen auf Wartelisten. Wegen des Nahverkehrsnetzes empfiehlt es sich daher, auf das Umland oder zumindest auf Stadtteile außerhalb des Zentrums auszuweichen.

B. Universität

Ein Jurastudium mit dem Ziel des ersten Staatsexamens kann in München an der Ludwig-Maximilians-Universität absolviert werden. Die LMU wurde 1472 in Ingolstadt gegründet und 1826 von König Ludwig I. nach München verlegt. Sie beherbergt rund 50.000 Studierende an 18 Fakultäten mit etwa 700 Professoren. Direkt gegenüber des Geschwister-Scholl-Platzes befindet sich am Professor-Huber-Platz die Fakultät 03, die juristische Fakultät. Beide eben benannten Plätze markieren Denkmäler für die Mitglieder der Widerstandsorganisation „Weiße Rose“, welche dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen.

Für Juristen finden die Vorlesungen in beiden Gebäuden, dem Hauptgebäude der Universität und dem Fakultätsgenäude, statt. Einen klassischen Campus gibt es zwischen den Gebäuden zwar nicht, doch finden sich entlang der Ludwigstraße mehrere Mensen, das Jura Café und eine Vielzahl von Orten zum Lernen oder Entspannen.

C. Das Studium an der juristischen Fakultät

I. Zahlen, Daten, Fakten

Auch die juristische Fakultät selbst zählt, mit etwa 5200 Studierenden,  zu den größten Fakultäten Deutschlands. Sie beherbergt eine Vielzahl von Lehrstühlen, Bibliotheken und Instituten in zentraler Lage gegenüber der Hauptgebäude der LMU.

Die Internetseite der Fakultät lässt sich unter diesem Link aufrufen:

http://www.jura.uni-muenchen.de

II. Ablauf des Studiums

Das Studium gliedert sich in das Grund-, Haupt- und Schwerpunktstudium.

1. Das Grundstudium

Teil des Grundstudiums sind die kleinen Scheine in den drei Kernfächern (Zivilrechts, öffentliches Recht, Strafrecht) und die Zwischenprüfungen in denselben Gebieten. Diese kleinen Scheine legt man im Rahmen der Grundkurse ab, zu welchen jeder Studierende automatisch angemeldet ist. Für die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist hingegen eine Anmeldung nötig. Begleitend zu den Grundkursen bietet die Universität propädeutische Übungen (Arbeitsgemeinschaften) in kleineren Gruppen an. In diesen wir das anhand von Fällen der neu erlernte Stoff erklärt.

Es besteht die Besonderheit, dass der Grundkurs Strafrecht erst im dritten Semester beginnt. Die kleinen Scheinen erfordern die erfolgreiche Bearbeitung einer Klausur und einer Hausarbeit. Ferner wird eine Prüfung in einem Grundlagenfach nach Wahl gestellt.

Der Grundkurs Zivilrecht behandelt auf ein Jahr verteilt BGB-AT und das Schuldrecht. Im dritten und vierten Semester werden das Sachen-, Familen– und Erbrecht, wie auch die ZPO und weitere Nebengebiete gesondert in Vorlesungen behandelt.

Das öffentliche Recht beginnt mit Staatsorganisationsrecht. Ich zweiten Semester folgen die Grundrechte. Im dritten und vierten Semester bietet die Universität Vorlesungen und Tutorien zum Verwaltungs– und Europarecht.

Das gesamte materielle Strafrecht ist Lehrstoff der Grundkurse im dritten und vierten Semester.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Arbeitsbelastung ab dem dritten Semester in München besonders hoch ist. Hierbei kann es ratsam sein, schon ab dem ersten Semester einzelne Vorlesungen vorzuziehen und im dritten und vierten Semester eine Auswahl zu treffen.

2. Das Hauptstudium

Das Hauptstudium besteht aus den Vorgerücktenübungen und den großen Scheinen. Diese können entweder ausschließliche durch die erfolgreiche Teilnahme an Klausuren oder durch eine Mischung aus Klausuren und einer Hausarbeit bewältigte werden. Zu den großen Scheinen ist eine gesonderte Anmeldung erforderlich.

4. Das Schwerpunktstudium

In deutlich kleineren Gruppen findet der Unterricht der insgesamt zehn Schwerpunktbereichen statt, zu denen eine gesonderte Anmeldung erforderlich ist. Das Bestehen des Schwerpunktstudiums als Teil des ersten Examens verlangt die Ableistung einer Schwerpunktseminararbeit und die erfolgreiche Bearbeitung einer fünfstündigen Klausur aus dem Schwerpunktbereich auf Niveau des ersten Examens.

5. Examensvorbereitung

Zur Examensvorbereitung bietet die Universität ein vollständiges Repetitorium anhand von Fällen, zwei Klausurenkurse und Vertiefungsveranstaltungen mit Professoren an. Diese bieten eine umfassende Darstelltung des Examensstoffs. Allerdings schwankt die Qualität in Abhängigkeit des jeweiligen Dozentens, sodass kommerzielle Repitioren weiterhin stark besucht werden. Insbesondere im Strafrecht vertrauen jedoch jedes Jahr mehr Studierende dem Uni-Rep.

Die beiden Klausurenkurse verfolgen unterschiedliche Konzepte. In der Klausurenwerkstatt schreibt oder gliedert man Originaexamensklausuren. Im sogenannten Klausurenkurs werden von Dozenten entworfene Klausuren bearbeitet. Diese bewegen sich meist am oberen Rand der Ansprüche des ersten Examens.

Für die mündliche Prüfung bietet die Universität Simulationen an. In diesen wird, meist vor Publikum, eine mündliche Prüfung nachgestellt und auf Video zur Analyse aufgezeichnet. In dieses Angebot investieren die jeweiligen Dozenten viel Arbeit, was die Veranstaltung besonders empfehlenswert macht.

6. Weitere Veranstaltungen

Zusätzlich zu dem genannten Programm muss jeder Student mindestens einen Schein im ausländischen Recht absolvieren. Dieser kann im Rahmen einer Großveranstaltung des Fachsprachenzentrums etwa in Englisch, jedoch auch in vielen anderen Sprachen, abgelegt werden. Darüber ist die erfolgreiche Teilnahme ann einem sogenannten Grundlagenseminar erforderlich. Dieses besteht aus einer Seminarbeit und einer Präsentation. Trotz der Bezeichnung als „Grundlagenseminar“ ist dieses Seminar nicht auf die Grundlagenfächer beschränkt, sondern kann in allen Disziplinen abgeleistet werden.

III. Orte zum Lernen

Wer nicht zu Hause lernen möchten, kann die Bibliotheken der juristischen Fakultät, welche über alle relevanten Lehrbücher verfügen, die Staatsbibliothek und die weiteren Universitätsbibliotheken nutzen. Wegen ihrer zentralen Lage, der ruhigen Arbeitsatmosphäre und den Beständen an Lehrbüchern bieten diese die idealen Bedingungen zur Vorbereitung auf das Examen.

IV. Auslandsaufenthalte

Die Fakultät unterstützt Studierende bei der Entscheidung im Ausland zu studieren. Hierbei gibt es Partnerprogramme (etwa mit der Universität Paris II), zu denen Beratungen eingeholt werden können. Besonders sinnvoll erscheint ein Auslandsaufenthalt im fünften und sechsten Semester, da dann  das Grundstudium abgeschlossen ist, andererseits die examensrelevanten großen Scheine nach dem Aufenthalt absolviert werden können.

D. Fazit

Die LMU ist eine altehrwürdige und große Universität mit allen Vor- und Nachteilen. Wer individuelle Betreuung und überschaubare Studierendenzahlen sucht, wird sich an anderen Universitäten besser zurecht finden. Punkten kann die Universität demgegenüber mit wissenschaftlichen Koryphäen in allen Fächern, einer sehr lebenswerten Stadt und einem sehr guten Ruf auf dem Arbeitsmarkt.

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