Uni Köln Jura

Als Universität der größten Stadt in Nordrheinwestfalen ist die Universität zu Köln allgemein bekannt.
Wie aber studiert es sich an einer solch großen Uni, wie lebt es sich in dieser Stadt und was erwartet zugezogene Studenten? Diese und andere Fragen soll der nachstehende Artikel ansprechen und zumindest teilweise beantworten.

l. Die Domstadt

Zunächst ein paar Worte zu Köln als Stadt.
Das Stadtbild ist gemischt, die doch zahlreichen Parks und Grünstreifen sind immer wieder von Hauptverkehrsstraßen durchbrochen und wunderschöne Altbauten wechseln sich ab mit mäßig attraktiven 60er Jahre Bunkern, die in der Überzahl zu sein scheinen.
Trotzdem ist Köln schön, es gibt viel Grün und jedes „Veedel“ hat sein eigenes Flair. So abwechslungsreich und bunt wie die Domstadt ist, lässt sie einen doch ankommen und bleibt anders als bspw. Berlin nicht ewig ungreifbar. Ganz nach dem berüchtigten Sprichwort „man kennt sich, man hilft sich“ kennt und hilft man sich in Köln tatsächlich. Die Einwohner werden ihrem offenen und herzlichen Ruf definitiv gerecht.

ll. Die Universität

Die heute bestehende Universität zu Köln wurde 1919 als „neue Universität zu Köln“ wiedergegründet, hat zurzeit sechs Fakultäten und rund 48.700 Studierende.
Das Hauptgebäude, in dem auch das „Juristische Seminar“, die rechtswissenschaftliche Bibliothek, liegt, befindet sich am Albertus Magnus Platz und schließt an den inneren Grüngürtel an. Die Verkehrsanbindung durch Busse, Bahnen und S-Bahnen ist hervorragend und der angrenzende Grüngürtel mit den sog. „Uni-Wiesen“ bietet reichlich Raum für Sonnenbaden im Sommer oder einen erfrischenden Spaziergang im restlichen Jahr. Im Hauptgebäude befindet sich auch der Uni-Erfrischungs-Raum kurz auch „E-Raum“ genannt. Dort gibt es Speisen und Getränke und reichlich Platz, um gemeinsam mit einem Kaffee den Ausblick über die Uniwiesen zu genießen.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Grüngürtels liegt die Uni-Mensa. Hier finden die Studierenden vier Essensbereiche auf zwei Stockwerken, die alle eigene Essensausgaben mit verschiedenen Gerichten haben.
So kann jeden Tag aus bis zu acht verschieden warmen Gerichten und zwei Salatbuffets mit weiteren zum Teil auch warmen Speisen gewählt werden.
Der Großteil der Lehrstühle der Rechtswissenschaftlichen Fakultät befindet sich im Hauptgebäude. Weitere Lehrstühle wie bspw. das Institut für Völkerrecht und Ausländisches Öffentliches Recht, befinden sich im sog. Rechtshaus. Dieses befindet sich in der ca. 10 min. Fußweg entfernten Gottfried-Keller-Straße.

lll. Das Studium

Das Jura-Studium an der Uni Köln kann sowohl im Winter- als auch im Sommersemester begonnen werden und teilt sich in das Grundstudium, das Hauptstudium und letztlich die staatliche Pflichtfachprüfung.

1 Grundstudium

Im grundsätzlich auf vier Semester angelegten Grundstudium hören die Studenten hauptsächlich Vorlesungen im Strafrecht, Zivilrecht und öffentlichen Recht aber auch mindestens eine Vorlesung der sog. Grundlagen des Rechts l.
In diesen Vorlesungen sind Klausuren zu schreiben, auf die sich mit Hilfe der Arbeitsgemeinschaften vorbereitet wird. Auch eine „kleine Zwischenprüfungshausarbeit“ und eine „große Zwischenprüfungshausarbeit“ gehören zum Grundstudium und können in der Vorlesungsfreien Zeit geschrieben werden. Um den Überblick nicht zu verlieren, empfiehlt es sich, den vorgeschlagenen Stundenplänen, welche online zu finden sind, zu folgen. Und die hervorragende Beratung des Studien- und Karriereberatungszentrums im Hauptgebäude in Anspruch zu nehmen. Dort findet man immer guten Rat.

Hat der/die Studierende die insgesamt 15. zu bestehenden Klausuren und die beiden Hausarbeiten geschafft ist die sog. Zwischenprüfung abgelegt und es geht weiter in das Hauptstudium.

2 Hauptstudium

Das Hauptstudium besteht aus der universitären Pflichtfachprüfung und dem Schwerpunkt.
Zum Bestehen der universitären Pflichtfachprüfung müssen vier Klausuren bestanden werden. Jeweils eine in den Übungen Strafrecht, Zivilrecht und öffentliches Recht zuzüglich einer Klausur in einem der angebotenen Vorlesungen zu den Grundlagen des Rechts ll.
Außerdem ist eine große Hausarbeit im Straf-, Zivil- oder öffentlichen Recht zu schreiben.

Der Schwerpunkt setzt sich aus drei Klausuren und der Schwerpunktsseminararbeit zusammen. Zwei der Klausuren müssen aus dem Kernbereichsveranstaltungen und eine aus den Wahlbereichsveranstaltungen gewählt werden. Seit der neuen Prüfungsordnung vom 24. Juli 2014 ist vor der eigentlichen Schwerpunktsseminararbeit eine sog. Vorbereitsungsseminararbeit zu schreiben, die dazu dienen soll, den Studenten/innen schon einmal eine Idee zu vermitteln, wie die spätere Arbeit aussehen könnte und ihnen die Möglichkeit zu geben, diese zu üben.
Der Schwerpunkt zählt 30 Prozent der endgültigen Note des ersten Staatsexamens.

Mittlerweile ist es jedoch üblich geworden, dass die Studenten/innen den Schwerpunkt erst nach der staatlichen Pflichtfachprüfung absolvieren, um mehr Zeit für die Vorbereitung für den sog. Freischuss haben. Melden sich die Examenskandidaten/innen nämlich noch im achten Fachsemester zur staatlichen Pflichtfachprüfung an, so wird dies mit einem Freiversuch belohnt. Das bedeutet, dass der nach dem achten Fachsemester geschriebene Versuch im Falle des Nicht-Bestehens nicht von den eigentlich nur zwei Versuchen abgezogen wird. Fast wichtiger ist allerdings die Möglichkeit, den Freiversuch zu verbessern. Denn auch wenn der Freiversuch bestanden wird, dürfen die Kandidaten/innen sich dafür entscheiden, die staatliche Pflichtfachprüfung noch einmal zu schreiben. Am Ende zählt dann das bessere Ergebnis. Einen Verbesserungsversuch gibt es aber nur beim Freischuss. Bei einer Anmeldung nach dem achten Semester zählt im Falle des Bestehens das erzielte Ergebnis und kann nicht mehr verbessert werden.

3 Staatliche Pflichtfachprüfung

Für Studierende, die sich dafür entschieden haben, ihren Schwerpunkt vor der staatlichen Pflichtfachprüfung abzuschließen (s. o.), markiert dieser Teil das Ende ihres Studiums zum ersten Staatsexamen. Zur Vorbereitung empfiehlt sich der Besuch eines Repetitoriums. Hier gibt es viele verschieden Möglichkeiten. Zum einen gibt es verschiedenste private Anbieter, zum anderen wird an der Universität zu Köln auch ein universitäres Repetitorium angeboten. Die Zeitspannen unterscheiden sich in der Regel nicht besonders und liegen irgendwo zwischen acht und zwölf Monaten.

Anschließend geht es an die eigentlichen Examensklausuren.
Regelmäßig finden die sechs zu schreibenden Klausuren sechs Wochen nach der Anmeldung zu diesen statt. Die Anmeldung erfolgt beim Justizprüfungsamt Köln, welches sich im OLG Köln am Reichenspergerplatz befindet.

Dort werden auch die sechs Klausuren zu festen Terminen geschrieben. Drei der Klausuren kommen aus dem Zivilrecht, zwei aus dem öffentlichen Recht und eine aus dem Strafrecht. Die Schreibzeit beträgt fünf Zeitstunden und beginnt regelmäßig zwischen acht und neun Uhr. Die Termine der Klausuren erstrecken sich über bis zu drei Wochen.

Ca. drei Monate nach der letzten Klausur wird der Bescheid über das Bestehen bzw. Nicht-Bestehen zugestellt. Darin finden sich auch die Punktzahlen die in den einzelnen Klausuren erreicht wurden. Diese bilden die sog. Vorpunkte mit denen der/die Kandidat/in in die mündliche Prüfung geht.

Die mündliche Prüfung findet weitere zwei Monate später statt und zählt 40 Prozent der endgültigen staatlichen Note. In der mündlichen Prüfung werden die Kandidaten/innen in einer Gruppe von insgesamt fünf Kandidaten/innen von einer dreiköpfigen Prüfungskommission jeweils eine Stunde in jedem der drei Rechtsgebieten geprüft. Außerdem ist ein mündlicher Vortrag von maximal 12 Minuten zu halten. Hierzu erhalten die Kandidaten/innen einen Fall der innerhalb von einer Stunde zu lösen ist. Anschließend wird die Lösung vorgetragen.
In der Regel beginnen die Prüfungen um 9 Uhr früh und können sich inklusive Pausen bis ca. 16 Uhr ziehen.

Mit der mündlichen Prüfung ist es dann endlich geschafft.

IV. Der Wohnungsmarkt

Zum Kölner Wohnungsmarkt sollten wohl auch ein paar Worte fallen. Um es kurz zu machen: Wohnungen sind überteuert und rar. Die Wohnungssuche kann ermüdend und frustrierend sein. Es gibt allerdings zwei Möglichkeiten, seine Chancen zu erhöhen.
Zum einen gibt es immer viele WGs, die nach neuen Mitbewohnern suchen und über die Website WG-gesucht gut zu finden sind.
Zum anderen hat man in den weniger populären und dennoch teilweise wunderschönen Stadtteilen oft viel höhere Chancen. Gebiete wie Deutz, Rodenkirchen, Bayenthal, Raderthal und Zollstock werden häufig übersehen und sind eigentlich ideal gelegen. Hier ist der Ansturm viel geringer und die Mieten oft erträglicher.

V. Fazit

Das Jura-Studium in Köln ist anfangs sehr unübersichtlich. Daher empfiehlt es sich, jede Hilfe in Anspruch zu nehmen, die sich anbietet. Insbesondere die Beratungsstelle der Universität (s. o.) und Arbeitsgemeinschaften mit Kommilitonen/innen können das Studium erheblich einfacher machen. Die Professoren sind allerdings weitestgehend brillant und können euch den notwendigen Stoff hervorragend vermitteln.

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