Sport im Jurastudium

Der folgende Artikel richtet sich an alle Jurastudierende: an jene im ersten Semester, in der Zwischenprüfungszeit, in der Examensvorbereitung oder auch im Referendariat. Er beschäftigt sich mit einer immer wieder auftretenden Frage: dem Sport! Der Artikel möchte aufzeigen, ob Jura und Sport überhaupt zu vereinen sind und welche Art von Sport am besten ist.Das Jurastudium ist ohne Frage ein sehr aufwendiges und vor allem langwieriges Studium, das viel Zeit und Energie für die Vorbereitung benötigt. Einen Fall zu lösen, kann manchmal Stunden oder gar mehrere Arbeitstage in Anspruch nehmen. Wenn man nach einem solch langen Universitäts- oder Lerntag nach Hause kommt, sind die meisten Studierenden froh, wenn sie endlich ins Bett fallen können, um den nächsten Tag wieder zu überstehen.

Gleichzeitig stellen aber viele Jurastudierende auch fest, dass sie von dem langen Sitzen vor dem Schreibtisch Rückenbeschwerden, einen verspannten Nacken und Schulterbereich und dadurch Kopfschmerzen bekommen oder sie fühlen sich körperlich unwohl; sie fühlen sich zu dick und werden von Tag zu Tag immer unzufriedener. Für Sport scheint aber überhaupt keine Zeit zu sein, schließlich muss man das nächste Lehrbuch oder das gesteckte Lernziel wie geplant erreichen und dann bleibt einfach keine Zeit mehr für die Freizeit und damit auch keine Zeit für den Sport.

Durch die Belastung des Jurastudiums mag es zunächst stimmen, dass man keine Zeit für sportliche Aktivitäten hat, aber langfristig kann eine solche Einstellung schwere Konsequenzen nach sich ziehen. Konstruktives und erfolgreiches Lernen erfolgt nicht nur mental, sondern auch physisch. Gibt man dem Körper langfristig jedoch nicht die Möglichkeit, sich zu regenerieren und trainiert den Körper nur einseitig, nämlich mental, so wird man früher oder später an seine Lerngrenzen stoßen. Der Körper wird nicht mehr mitspielen und Schmerzen werden einen am Lernen behindern.

Aus diesem Grund ist es von großer Wichtigkeit, Sport in den Lernplan und das gesamte Jurastudium zeiteffizient mit einzubinden. Durch regelmäßigen Sport wird man schnell merken, dass man konzentrierter und leistungsstärker wird, als wenn man ausschließlich vor dem Schreibtisch sitzt und lernt.

1. Welcher Sport passt zu mir

Wenn man zu den Personen gehört, auf die das Wort „Sportmuffel“ passt, sollte man sich als aller erstes genügend Zeit nehmen, um herauszufinden, welche Sportart einem gefallen könnte. Nachfolgend soll gerade für diejenigen, die sich das erste Mal mit dieser Frage beschäftigen, ein kleiner Überblick mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Bereiche gegeben werden.

a.) Spazierengehen

Als aller erstes kann man überlegen, ob man sich seine sportliche Betätigung im Spazierengehen sucht. Ganz richtig: Einfach nach draußen gehen und durch die Gegend laufen. Dies klingt zunächst vielleicht ein wenig langweilig und man denkt an die Großeltern, die immer spazieren gehen. Man wird jedoch erstaunt sein, wie viele schöne Wege man auf einmal kennenlernen wird und wie viel man noch gar nicht in der eigenen Umgebung gesehen hat.

Der Nachteil am bloßen Spazierengehen ist, dass man nicht so viele Kalorien verbrennt, sodass sich das Spazierengehen nicht zum Abnehmen eignet.

Der Vorteil ist aber, dass man an der frischen Luft ist und man zu jeder Tages- und Nachtzeit spontan spazierengehen kann. Überdies kann man auf dem Weg über das Gelernte nachdenken und damit den Lernstoff vertiefen, oder aber man nimmt sich zu lernende Karteikarten, Prüfungsschemen oder Definitionen mit und lernt diese.

Wenn man den Sport hingegen nicht mit dem Lernen verknüpfen möchte, kann man die Natur einfach auf sich wirken lassen oder die Lieblingsmusik hören.

Fazit: Das Spazierengehen ist ein Klassiker, den man täglich mit in den Tag einbauen kann. Anstatt wieder mit dem Auto oder der viel zu überfüllten U-Bahn zur Bibliothek oder Vorlesung zu fahren, kann man ein paar Stationen vorher aussteigen und den Rest zu Fuß laufen. Auch vor oder nach Klausuren oder einem anstrengenden Lerntag kann man beim Spazierengehen den Tag resümieren.

Das Spazierengehen sollte man also in seiner Wirkung nicht unterschätzen und zukünftig darauf achten, dass man es bewusst zur Erholung einsetzt.

b.) Joggen

Wer der Ansicht ist, dass das Spazierengehen zu langsam sei und man dadurch zu wenig sehe und nicht richtig vorankomme, der kann sich für das Joggen entscheiden. Genau wie das Spazierengehen kann man zu fast jeder Tages- und Nachtzeit dieser Betätigung nachgehen. Auch hier kann man sich von der Lieblingsmusik berieseln lassen, den Tag reflektieren oder aber einfache Lerninhalte wiederholen. Außerdem verbrennt man ein paar mehr Kalorien als beim Spaziergehen und braucht sich nicht über die am Tag gegessene Schokolade zu ärgern.

Der Nachteil am Joggen ist jedoch zum einen, dass man schwitzt und daher immer auch Zeit für das anschließende Duschen und fertig machen einplanen muss. Ein anderer Nachteil ist, dass für das Joggen eine richtige Ausrüstung benötigt wird, damit man bei Wind und Wetter diesem Sport nachgehen kann. Vernünftige Joggingschuhe sind notwendig, damit man keine Knie- oder Rückenprobleme bekommt und die Fußbänder und Sehnen schützt. Eine solche Ausrüstung kostet minimal 200€. Viele halten die Ausrüstung für überflüssig, müssen dann aber irgendwann feststellen, dass das Knie schmerzt und das richtige Equipment diese Schmerzen hätte verhindern können.

Nur weil mittlerweile fast jeder schon einmal joggen war, heißt das nicht, dass man diesem Sport mal eben nachgehen kann. Wenn man sich für das Joggen als sportlichen Ausgleich entscheidet, sollte man das Geld für eine vernünftige Ausrüstung einplanen, um sich selbst einen Gefallen zu tun.

Dann kann es endlich losgehen!

c.) Fahrradfahren

Egal ob zur Uni oder einfach zur Entspannung: Fahrradfahren ist ein sehr schöner Ausgleich. Man kommt mit dem Fahrrad viel schneller voran, als wenn man spaziert oder joggt, kann viel von der Natur wahrnehmen und einfach mal Gas geben.

Der Nachteil am Fahrradfahren ist jedoch wiederum, dass man ein gutes Fahrrad und entsprechende Ausrüstung benötigt, wenn man das Fahrradfahren nicht nur bis zum nächsten Kiosk sondern als Sport betreiben möchte. Mit dem alten klapprigen Fahrrad, das vor Rost quietscht und kein Licht hat, wird man keinen Spaß haben, längere Strecken zu fahren.

Wer aber nicht unbedingt draußen fahren möchte, kann auch auf einem Fitnessfahrrad cyclen. Wenn man das richtig betreibt, kann man sehr schnell an die Grenzen kommen und zeitgleich viele Kalorien verbrennen. In einem Fitnesskurs mit anderen macht das natürlich noch mehr Spaß.

d.) Mannschaftssport

Die Klassiker unter den Sportarten sind sicherlich die bekannten Mannschaftssportarten. In der Nähe von den Universitäten findet man in diesem Bereich häufig auch Sportarten, die nicht so bekannt sind wie Handball, Fußball, Volleyball oder Basketball. Oftmals kann man auch Rugby, Eishockey, Tamburello oder dergleichen spielen. Mannschaftssportarten haben den Vorteil, dass man sich nicht alleine zum Sport motivieren muss und ein gemeinsamen Erfolg oder Misserfolg erzielt. Der Spaßfaktor steht daher im Vordergrund und man kann sich leichter aufraffen.

Der Nachteil an den Mannschaftssportarten ist jedoch, dass sie zu festgelegten Zeiten stattfinden. Man ist daher in der eigenen Planung sehr eingeschränkt und verpflichtet sich, für den Mannschaftserfolg auch regelmäßig an den Trainingseinheiten teilzunehmen. Wenn der Verein oder die Sportgruppe, in der man sich befindet, auch noch aufsteigt, hat man sich ein ehrgeiziges Ziel neben dem Jurastudium gesetzt. Sicherlich kann das nicht schaden und sogar beflügeln und einem neue Kraft und Energie für das Lernen geben. Aufpassen muss man dann aber, dass man nicht zu viel Zeit verliert und die sportlichen Ziele und den sportlichen Ehrgeiz nicht so weit in den Vordergrund rückt, dass das Studium darunter leidet.

e.) Krafttraining

Eine weitere Möglichkeit besteht im Kraftsport. Ein regelmäßiges Krafttraining in den eigenen vier Wänden oder in einem Fitnessstudio kann einen gesundheitlich weiterbringen. Beim Krafttraining gibt es zwei verschiedene Trainingsmodalitäten. Dabei führt man mehrere Sätze an einem Gerät aus und kann entscheiden, ob man in einem hohen oder geringen Widerholungsbereich trainiert. Wenn man sich für viele Wiederholungen einer Übung an einem Gerät entscheidet, trainiert man grundsätzlich mit weniger Gewicht. Das trainiert die Muskeln in einem Ausdauerbereich, sodass kein starker Muskelwachstum angestrebt wird. Bei dieser Variante bietet sich häufig ein Ganzkörpertraining an, also eine Trainingseinheit, in der alle Muskelgruppen trainiert werden.

Eine andere Möglichkeit ist das Krafttraining zum Muskelaufbau. Hierbei werden zumeist lediglich zwei Muskelgruppen trainiert. Das Gewicht ist dabei sehr hoch, sodass meistens zwischen fünf bis acht Wiederholungen angestrebt werden. Bei einem solchen Training werden die primären Muskelgruppen der Stufe eins trainiert (Rücken, Brust, Beine, Bizeps, Trizeps).

Ganz gleich, für welche Variante man sich im Krafttrainingsbereich entscheidet: es stärkt die Muskelgruppen und kann vor allem Haltungsschwächen beheben. Das lange Sitzen am Schreibtisch und die dadurch häufig auftretenden Rückenschmerzen können speziell wegtrainiert werden. Aus diesem Grund ist das Krafttraining sehr gesundheitsfördernd.

Allerdings gibt es auch zwei Nachteile: Zum einen benötigt man für das Krafttraining genügend Hanteln oder Geräte, die für den Privatbereich teilweise sehr kostspielig oder zu platzeinnehmend sind, sodass man auf ein Fitnessstudio angewiesen und damit an Öffnungszeiten gebunden ist. Zum anderen macht das Krafttraining nicht jedem Spaß, da es sehr viel Disziplin erfordert. Man muss sich selbst um einen Trainingsplan kümmern, zum Training aufraffen und die Übungen ohne Aufsicht durchführen. Vorsicht ist vor allem bei der Ausführung geboten, wenn man kein geübter Kraftsportler ist, da man sich bei der falschen Ausführung der Übungen eher schaden kann.

Wenn man sich für das alleinige Training motivieren kann, ist das Krafttraining ein sehr gesunder und empfehlenswerter Sport.

f.) Kurse im Fitnessstudio

Wenn man feststellt, dass einem das Krafttraining grundsätzlich Spaß macht, man aber nicht immer Lust hat, alleine vor sich hinzutrainieren oder wenn man gerne tanzt, aber nicht gleich zu einer Tanzschule möchte, wenn man Freude daran hat, zu Musik zu trainieren und sich in einer Gruppe zu Höchstleistungen motivieren kann, dann sollte man die verschiedenen Kursangebote in einem Fitnessstudio ausprobieren. Von Step- und Aerobic- oder Zumbatraining, die vor allem die tänzerische Ausdauer trainieren, gibt es auch Langhantelkurse oder Bodyworkout-Programme, die den Kraftbereich abdecken. Überdies finden häufig auch Box- oder Tae-Bo-Kurse statt, in denen man sich noch einmal ganz anders auspowern kann. Die Musik soll dabei motivieren und die Gruppe spornt den eigenen Ehrgeiz an. Wenn man eher Entspannung sucht, dann kann man diese beim Yoga oder Pilates finden. Hier trainiert man ebenfalls den gesamten Körper, wobei Yoga grobgesagt eher die Dehnung des Körpers und Pilates die Kräftigung der Muskeln ist. Ruhige Musik und die kontrollierte und langsame Ausführung der Bewegungen ist ebenfalls anstrengend, aber gleichzeitig sehr entspannend.

Beim Groupfitness wird der Trainer einen verbessern, wenn man die Übungen nicht korrekt ausführt, sodass man gerade als Sportneuling viel Anregung und einige Verbesserungsvorschläge erhält, die ein gesundes Training fördern.

Kurse in einem Fitnessstudio oder beim Hochschulsport wecken bei vielen den Ehrgeiz, weil man sie nicht alleine durchführen muss. Allerdings finden derartige Kurse zu festgelegten Zeiten statt, sodass einem eine Tagesgrenze für das Lernen gesetzt wird. Wenn man aber den Sport als Anregung versteht und bereit ist, auch mal einen anderen Kurs zu besuchen, wird man sich sehr schnell fit und ausgeglichen fühlen und durch das Lernen ausgelöste Körperbeschwerden in den Griff bekommen.

g.) Sauna

Auch wenn das Saunieren kein klassischer Sport ist, so kann das Saunieren in Kombination mit dem vorher ausgeführten Sport Entspannung vom Lernalltag bieten. Das kurzzeitige Erhitzen und leichte Schwächen des Körpers mit einer anschließenden Ruhephase gibt dem Körper neue Kraft und Energie. Anstatt die ganze Zeit über das Lernen und irgendwelche Definitionen nachzudenken, kann man Körper und dem Geist ganz bewusst Ruhe schenken. Aus dieser Ruhe kann man die Kraft tanken, um am Folgetag wieder mit voller Energie und Ehrgeiz einen neuen Lerntag zu beginnen.

Das Saunieren ist in der Regel nach einem Lerntag zu empfehlen, da man dann genug gegessen und getrunken hat, aber auch bereits etwas für das Studium geschafft hat. Zumeist wird man vom Saunieren müde, sodass man nicht morgens mit dem Saunieren beginnen sollte, wenn man noch einen langen Lerntag vor sich hat.

2. Häufigkeit

Je nachdem, was man mit dem Sport erreichen will, lässt sich die Häufigkeit bestimmen, in der man diesen Sport ausüben sollte. Das Spazierengehen oder ruhige Fahrradfahren kann man täglich mit in den Tagesablauf einbauen. Statt die Rolltreppe zu nehmen, läuft man die richtige Treppe, anstatt der Bahn nimmt man das Fahrrad u.s.w.

Bei Mannschaftssportarten werden die Termine festgelegt sein, ohne dass man darauf Einfluss nehmen kann.

Entscheidet man sich hingegen für Ausdauer- oder Krafttraining, sollte man sich vorher informieren und auch auf entsprechende Ruhezeiten achten. Dennoch sollte man es mindestens zwei mal wöchentlich für mindestens eine Stunde durchführen. Wenn man bereits fortgeschritten ist, dann bieten sich im Groupfitnessbereich zwei Folgestunden zwei Mal wöchentlich an oder aber drei Mal wöchentlich eine bis eineinhalb Stunden. Die Regelmäßigkeit ist das Wichtigste, nicht die Häufigkeit. Derjenige, der täglich eine halbe Stunde trainiert, fühlt sich am Ende besser als derjenige, der einmal im Monat vier Stunden trainiert. Die Masse ist daher nicht das Ausschlaggebende.

3. Ergebnis

Sport ist wichtig, damit man sich gesund und fit fühlt, dem Geist eine Auszeit gibt und den Körper trainiert. Durch den Sport wird man leistungsfähiger und konzentrierter. Statt ständiger Müdigkeitsanfälle wird man geistig stärker und wacher sein, das Gelernte besser verarbeitet und neue Lernsachverhalte besser aufgenommen werden.

Der Sport während des Studiums sollte als gesundheitsfördernd verstanden und nicht nur deshalb ausgeübt werden, weil man sein großes Diätziel erreichen möchte. Anderenfalls verliert man zu schnell die Lust und den Spaß am Sport – und vor allem die langfristige Motivation.

 

Ich wünsche nun allen viel Erfolg bei der Wahl ihrer Lieblingssportart und vor allem viel Spaß beim Training!

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