Lernstrategie

Im Jurastudium ist, mehr als in anderen Fächern, eine gewisse Lerneffizienz gefragt. Folglich muss sich jeder Studierende eine bestimmte Strategie aneignen, mit welcher die große Stoffmenge zu bewältigen ist. Dieser Beitrag möchte einen Leitfaden dazu geben, Lernen zu lernen.

A. Grundlagen

Lernen im Jurastudium bedeutet, den Stoff zu verstehen. Nichts ist gelernt, was nicht auch verstanden ist. Verstehen meint dabei nicht nur das theoretische Nachvollziehen. Vielmehr muss man den gelernten Stoff auch in der Klausur darstellen können. Daher lassen sich für das Lernen im Jurastudium drei Phasen umreißen.

1. Erarbeiten des Stoffs

2. Merken des Stoffs

3. Üben und anwenden

B. Phase 1: Erarbeiten des Stoffs

Zum Erarbeiten des umfangreichen Stoffs können verschieden Möglichkeiten gewählt werden. Die Uni bietet regelmäßig Vorlesungen, Materialien und Übungen an. Überdies gibt es Lehrbücher, Skripten, Reps und Aufsätze. Hierbei gilt es eine Auswahl zu treffen. Alles zu lesen und zu hören ist nicht möglich.

Ziel der ersten Phase ist es, den Stoff ein erstes Mal zu begreifen. Hierbei können gute Vorlesungen/Reps nützlich sein. Dennoch ersetzt dies nicht ein gutes Lehrbuch. Idealerweise wird ein nicht zu umfangreiches Lehrbuch, aber kein bloßes Skript gewählt. Dies hat den Vorteil, dass man mit denselben Werken arbeitet, die üblicherweise auch ein Korrektor verwendet. Nur auf Skripten zu setzen ist nicht anzuraten. Erprobte Lehrbücher bieten eine hohe Richtigkeitsgewähr und bilden die Sprachkompetenz. Das Lehrbuch sollte allerdings kurz sein. Dadurch werden die Schwerpunkte, durch einen guten Autor, auf die wirklich wichtigen Grundlagen gesetzt und der Leser verliert sich nicht in Details.

Hat man ein Lehrbuch gefunden, mit dem man selbst zurechtkommt, so muss dieses durchgearbeitet werden. Dies bedeutet, jede Seite so lange zu studieren, bis jedes Problem, jedes Schema und jede erwähnte Rechtsnorm verstanden ist. Das bloße Lesen eines Buchs genügt nicht. Vielmehr sollten Zusammenfassungen geschrieben oder Karteikarten angefertigt werden.

C. Phase 2: Das Lernen

In einem nächsten Schritt ist der erarbeitete Stoff im Gedächtnis zu verankern. In Jura muss der Stoff auch noch repetiert werden, damit man für die Klausur Sicherheit bekommt. Dies geht gut mit Frage- und Antwortkarteikarten. Mit diesen lässt sich prüfen, ob der Stoff wirklich verstanden und auch im Gedächtnis verankert ist. Ist dies der Fall, so kann zu der nächsten Phase übergegangen werden.

D. Phase 3: Übung

Schließlich muss der Stoff geübt werden. Das bedeutet, er muss auf Fälle angewandt werden. Somit gilt es Klausuren zu schreiben. Erst in dieser Phase zeigt sich, wie ordentlich in den ersten beiden Schritten studiert wurde. Hat man etwa den Stoff nicht richtig verstanden, so kann die Klausur nicht bestanden werden. Hat man dagegen Wissenslücken, so wird es schwer, hohe Punktzahlen zu erreichen.

Diese letzte Phase ist entscheidend. Gerade in der Examensvorbereitung sollten unbedingt mindestens 80, besser 100-150, Klausuren unter Examensbedingungen geschrieben werden. Von schwachen Studierenden werden hier immer wieder Ausreden zu hören sein: „Noch bin ich dazu nicht bereit“; „Ich fange mit den Übungsklausuren an, sobald ich mir den Stoff ordentlich zusammengefasst habe“; „Mir helfen Klausuren nicht. Ich lerne eher den Stoff.“ Dies ist alles ein Anzeichen einer schlechten Lernmoral. Die Phasen können schließlich für jedes Rechtsgebiet separat absolviert werden. Auf diesem Weg kann man immer wieder auch Klausuren schreiben.

Es lässt sich somit festhalten, dass der Erfolg in Jura erreichbar ist, jedoch auch Einsatz verlangt. Wer diesen zeigt, kann sich auf ein gelungenes Examen freuen.

 

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