Die Examensvorbereitung – Tipps zur Planung

Die Examensvorbereitung ist für viele eine sehr schwere Zeit. Der Dauerstress aus dem Studium erfährt eine nochmalige Steigerung, die erdrückende Arbeitslast der Wiederholungen und Übungsklausuren zehrt an den Kräften. Das macht die diffusen Sorgen, Ängste und Befürchtungen wegen des unmittelbar bevorstehenden Examens auch nicht erträglicher.

In solchen Zeiten ist es besonders wichtig in der Spur zu bleiben und sich eine Struktur zu geben, die für Halt sorgt und verhindert, dass man sich kaputt macht. Dazu gehören die bereits an anderer Stelle erörterten Maßnahmen zur Organisation und Tagesstrukturierung, aber auch Richtlinien und Regeln für die Strukturierung einer Arbeitswoche.

Ein Tagesplan

Von höchster Wichtigkeit ist zunächst der Entwurf eines Tagesplanes, um die täglich anfallende Arbeit in geordnete Bahnen zu lenken und – nicht zuletzt – einen Rhythmus zu finden, der ihre Bewältigung erlaubt, ohne dass dabei andere Dinge zu kurz kommen. Denn nicht nur die Arbeit ist wichtig, sondern auch der Erhalt der Fähigkeit, sie leisten zu können.

Zunächst ein paar Grundregeln. Der Tagesplan dient auch dazu, einen Rhythmus zu schaffen, um die große Last stemmen zu können, was bedeutet, dass Abweichungen (insbesondere bei Aufsteh- und Schlafenszeit) nicht zu groß ausfallen dürfen, da so kaum ein Rhythmus entstehen kann. Es empfiehlt sich, unter der Woche früh aufzustehen und sowohl vormittags als auch nachmittags zu arbeiten. Dazwischen sollte eine Pause von mindestens einer, besser mehreren Stunden liegen, um den Kopf wieder freizubekommen und (wenn gewünscht) ein wenig zu ruhen. Die tägliche Arbeitslast sollte je nach individueller Belastbarkeit zwischen vier und acht Stunden liegen, die effizient zu nutzen sind – einfach drauflosarbeiten oder bloßes am Schreibtisch sitzen mag vielleicht das Gewissen kurzzeitig beruhigen, bringt einen aber nicht weiter. Von überragender Wichtigkeit sind auch Erholung, Ausgleich und Ruhe, um die wahrhaft titanische Arbeitslast stemmen zu können. Deshalb sollte man keinesfalls seine gesamte Zeit der Arbeit widmen, sondern auch dafür sorgen, dass sie einen nicht auffrisst. Gesellschaft, Sport, genügend Essen und vor allem ausreichend Schlaf sind dafür unverzichtbar. Der Nachtschlaf sollte die sechs bis sieben Stunden keinesfalls unterschreiten.

Ein Beispieltagesplan mit einer mittleren Arbeitslast von sechs Stunden könnte etwa so aussehen:

 

7:00 Uhr

Aufstehen. Frühstück und Vorbereitungen bis 8:00 Uhr.

8:00 Uhr

Beginn der vormittäglichen Arbeitsphase (drei Stunden), ob in der Bibliothek oder zu Hause am Schreibtisch.

10:30 Uhr

Spätestens jetzt sollte eine Pause eingelegt werden, mindestens 15 – 30 Minuten. Weg vom Tisch, ein bisschen gehen, vielleicht eine Kleinigkeit essen und v.a. etwas trinken.

12:30 Uhr

Mittagspause! Einpacken, ab zum Mittagessen. Danach eine Pause von mindestens einer Stunde; je nach Vorliebe darf diese auch ein Nickerchen (10 – 15 Minuten) enthalten. Diese sind oft erstaunlich erfrischend!

14:30 Uhr

Beginn der zweiten Arbeitsphase (noch einmal drei Stunden).

16:00 Uhr

Nachmittagspause. Käffchen, vielleicht auch ein Stück Kuchen.

17:30 Uhr

Schluss für heute! Ab nach Hause.

Ab jetzt beginnt die Freizeit – es wird nicht mehr gearbeitet, sonst besteht das Risiko, dass man den Kopf gar nicht mehr freibekommt. Nach all dem Bücherstudium und der Schreiberei sollte man sich tunlichst erst einmal ganz woandershin absetzen, gern auf ein Bierchen, einen Kaffee oder etwas zu essen, am besten in Gesellschaft. Körperliche Betätigung bringt den ermatteten oder überkochenden Geist wieder auf den Teppich, ob nun durch Gehen, Joggen, Radfahren oder im Fitnessstudio.

19:00 Uhr

Abendessen.

Die Abendgestaltung bleibt euch überlassen, sofern sie keine Arbeit enthält – die verfolgt einen sonst gern auch mal in Morpheus Reich.

23:00 Uhr

Schlafenszeit.

*   *   *

Dies ist nur ein Regelbeispiel. Details können je nach Vorlieben, Belastbarkeit und Arbeitslast variiert werden. Wichtig ist jedoch, dass ein Minimum von sechs bis acht Stunden Schlaf eingehalten wird, dass die Arbeit nicht zu kurz kommt und – nicht vergessen – dass man nicht zu sehr von dem zu schaffenden Rhythmus abweicht.

Den Inhalt der Arbeitsphasen bestimmt ihr selbst. Richtlinien dazu findet ihr z.B. beim Lernplanbaukasten.

 

Ein Wochenplan

Ähnliche Regeln lassen sich auch für den Wochenablauf aufstellen. Während der Zeit der Examensvorbereitung muss in jeder Woche (am besten in einem guten Klausurenkurs, z.B. von den großen Massenrepetitorien) mindestens eine fünfstündige Übungsklausur geschrieben werden. Daran führt kein Weg vorbei. Klausuren sind überragend wichtig und lassen sich am besten durch konsequentes und regelmäßiges Schreiben lernen. Fünf Stunden Klausur sind eine Menge Arbeit, doch man kann dabei potentiell sehr viel mehr lernen als durch bloßes Büffeln und Wiederholen. Deshalb kann man am Tag der Klausur mit gutem Gewissen auf die sonstige Arbeit verzichten und den Rest des Tages freinehmen.

Ein Tag in der Woche sollte komplett arbeitsfrei sein. Das ist notwendig, um zu verhindern, dass der Geist sich in der Arbeit zu sehr festfrisst und mit nichts anderem als dem bevorstehenden Examen beschäftigt ist. An diesem Tag sollte man etwas unternehmen, was einen vom Alltag fortführt – ganz egal was, Hauptsache es macht Spaß und bringt einen auf andere Gedanken.

Und nun: ran an den Speck!

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