Das Jura-Tutorium – Privatlehrer im Studium

Was unterscheidet ein Tutorium vom Repetitorium? Im Grunde gibt es nur einen Unterschied: der Repetitor wiederholt mit dem Schüler bereits Gelerntes, während der Tutor beim erstmaligen Erlernen hilft. Obwohl der Gang zum Repetitor schon seit Jahrhunderten zum allgemein akzeptierten Kanon der Prüfungsvorbereitung zählt, wäre es aufgrund der oft fragwürdigen Qualität der Ausbildung an den Universitäten und Gerichten durchaus folgerichtig, wenn sich angehende Juristen bereits während des Studiums von einem professionellen Privatlehrer unter die Arme greifen ließen und damit nicht erst bis zur Examensvorbereitung warten würden. Dieses Konzept ist keineswegs neu, in früheren Zeiten verzichteten viele Jura-Studenten ganz auf den Gang in den Hörsaal und machten ihre Ausbildung gleich beim Repetitor, ohne dass sie dabei bereits Bekanntes wiederholten. Obwohl sich diese Form des Minimalismus beim heutigen Grad der Komplexität der Ausbildung nicht empfiehlt, kann ein Repetitor also ohne weiteres auch Tutor sein und nicht nur Examenskandidaten, sondern auch Studenten betreuen.

Die Aufgabe des Tutors

Die Aufgabe eines Tutors ist es, alles das zu tun, was idealerweise die Aufgabe eines Ausbilders oder Professors wäre. Bevor an den Universitäten der auch heute noch übliche Massenbetrieb herrschte, arbeiteten viele Professoren persönlich mit ihren Studenten und waren nicht nur entfernte Figuren am Rednerpult, deren Namen man nur kennt, weil sie oben auf dem Klausurbogen stehen. Gemäß des klassischen Humboldtschen Bildungsideals sollte der Professor nicht nur weitgehend anonymer Dozent und Klausurensteller sein, sondern auch die persönliche und berufliche Ausbildung seiner Schutzbefohlenen betreuen. Da sich das selbst zu der Zeit, als dieses Ideal erstmals formuliert wurde, nicht konsequent durchhalten ließ, ist es kein Wunder, dass die heutigen Professoren kaum jemals längere Zeit mit „gewöhnlichen“ Studenten arbeiten und sich fast ausschließlich auf den für ihr eigenes Fortkommen sehr viel wichtigeren Wissenschaftsbetrieb konzentrieren. Nicht so leicht verständlich ist hingegen, warum insbesondere der juristische Ausbildungsbetrieb auf Eigeninitiative der Studenten und eine scheinbar planmäßige Vernebelung der kritischen Ausbildungsziele ausgerichtet ist, so dass Aspiranten, die den schulmäßigen unselbständigen Ausbildungstrott gewohnt sind, bei dem die Lehrer einem alles Notwendige beibringen, fast zwangsläufig ins Schwimmen kommen.

Stochern im Nebel

Tatsächlich scheint die juristische Ausbildung gezielt darauf ausgerichtet zu sein, durch Schüren von Ängsten und bewusstes Vernebeln der wichtigsten Prüfungsziele schon im Studium einen gnadenlosen Ausleseprozess in Gang zu bringen, den nur Studenten mit ausgeprägter Eigeninitiative und Stressresistenz mit guten Noten überstehen. Generell gilt: wer ernsthafte Probleme bekommt und sich allein auf die Ausbilder verlässt, ist verlassen. Da all dies nicht allgemein bekannt ist und viele Studenten auf dem Standpunkt stehen, dass andere das doch auch allein schaffen und keine Hilfe brauchen, kann es geschehen, dass sie eine gewaltige Menge Arbeit in ihr Studium investieren, ohne jedoch zu wissen, wie sie ihre Probleme lösen sollen. Da ein Großteil dieser Arbeit dann oft wirkungslos verpufft, stellen sich Frustration und Überarbeitung ein, die sich mit der Zeit weiter verschärfen und zu ernsthaften psychischen Problemen führen können, wenn es nicht gelingt, den Knoten durchzuhauen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Jurastudenten oft zum Einzelkämpfertum tendieren und nicht gern Schwäche zeigen, was die Aussicht vermindert, dass andere ihnen bei der Lösung behilflich sein können.

Hier kommt der Tutor ins Spiel. Insbesondere bei einer Eins-zu-Eins-Betreuung, wie Jura Individuell sie standardmäßig anbietet, kann der Tutor, der seine Examina bereits hinter sich hat und daher einige Erfahrung mitbringt, sich mit seinem Schüler in der intensiven und persönlichen Weise beschäftigen, die das Humboldtsche Bildungsideal für das ideale Verhältnis zwischen Professor und Student vorgesehen hat. Auf diese Weise können viele Fallen und Fehlerquellen vermieden werden, die ein Student im gewöhnlichen Ausbildungsgang zu gewärtigen hat, sei es nun an der Universität oder beim Massenrepetitorium. Und wenn es doch einmal Probleme gibt, muss der Student sie nicht allein lösen, sondern kann sich an seinen Tutor wenden.

Da die überwältigende Mehrheit der Studenten (weit über 90%) vor dem Examen ohnehin die Dienste eines Repetitors in Anspruch nimmt, wäre es eigentlich logisch, sich bei der Ausbildung von vornherein von einem privaten Tutor begleiten zu lassen. Auf diese Weise könnte man sich den Gang zum Repetitor sparen (oder doch wenigstens verkürzen) und eine Menge Fehler vermeiden, die sich sonst fast unweigerlich einschleichen, und die persönliche Betreuung durch einen privaten Tutor ist grundsätzlich von höherer Qualität als die Gießkannenmethode der Massenrepetitoren, da hier stets persönliche Ansprache statt unpersönlichem Frontalunterricht gegeben ist. Dass diese Erkenntnis sich nicht längst durchgesetzt hat, ist wohl dem Umstand geschuldet, dass das Konzept bislang kaum Vetrteter fand und das Jurastudium stark traditionsgebunden daherkommt. Außerdem läßt sich nicht verleugnen, dass der Einsatz eines privaten Tutors nicht gerade billig ist.

Das Konzept

Wie sieht ein brauchbares Tutoriumskonzept aus? Zumindest diese Frage ist recht leicht zu beantworten, denn im Gegensatz zum Repetitorium besteht die wichtigste Aufgabe des Tutors darin, die Erstlernphase des Schülers zu begleiten, so dass der Stoff des Tutoriums sich weitgehend am gerade aktuellen Ausbildungsinhalt orientiert. Damit allein ist es jedoch nicht getan, denn ein Hauptmanko der staatlichen Juristenausbildung an den Universitäten ist der Umstand, dass in den Vorlesungen und Übungen nur ein Bruchteil der Kenntnisse vermittelt wird, die zum Bestehen der Scheine und Examina eigentlich erforderlich wären. Die Aufgabe des Tutors ist es also, den Schüler dabei zu unterstützen, diese Lücken zu füllen. Außerdem sollte er dabei helfen, das Wissen und die Fertigkeiten vertiefen und vernetzen, so dass sie für ihn leichter abrufbar und anwendbar sind. Von Nutzen sind außerdem Ausblicke auf Kommendes sowie Blicke über den Tellerrand der Rechtswissenschaft, denn selbst die besten Kenntnisse auf juristischem Gebiet sind ohne Verzahnung mit der Außenwelt allenfalls von beschränktem Nutzen.

Dieses intensive Ausbildungskonzept hat jedoch auch ein paar Nachteile. Der hohe Zeitaufwand auf Seiten des Tutors führt unumgänglich zu einer relativ hohen Kostenbelastung des Schülers, und auch der Zeitaufwand des Schülers, den er in seine Ausbildung investieren muss, erhöht sich. Gemessen an dem Aufwand, der für ein gängiges Massenrepetitorium investiert werden muss, liegen die Kosten für ein Einzeltutorium jedoch nicht dramatisch höher, und die intensivere Ausbildung sowie die höhere Qualität können sich in Sachen Zeit- und Frustersparnis unter dem Strich sehr wohl wieder auszahlen.

Die Städte

Auch die Verbreitung der Tutorien hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Früher wurden private Tutorien nur in großen Uni-Städten wie München, Berlin, Heidelberg, Münster und Hamburg angeboten. Da die Beliebtheit dieser Tutorien bei den Studierenden immer mehr zunimmt, gibt es jetzt in fast allen Universitätsstädten private Tutorien. In diesen Städten besteht das Angebot eines Tutoriums: München, Münster, Köln, Hamburg Frankfurt am Main, Berlin, Freiburg, Passau, Tübingen, Heidelberg, Bonn, Göttingen, Bayreuth, Greifswald, Konstanz, Osnabrück, Halle-Wittenberg, Mannheim, Gießen, Würzburg, Jena, Mainz, Bielefeld, Düsseldorf, Bochum, Augsburg, Potsdam, Kiel, Bremen, Saarbrücken, Marburg, Regensburg, Trier, Hannover, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt/Oder, Leipzig, Rostock, Wiesbaden.

Fazit

Mit der Hilfe eines Tutors besteht die Möglichkeit, etliche der für das Studium der Rechtswissenschaften typischen Klippen zu umschiffen und eine Menge Frust zu vermeiden. Dazu winkt die Aussicht, Zeit zu sparen und frühzeitig die intensive Ausbildungsqualität zu erreichen, die für den Gang ins Examen ohnehin erforderlich ist. Nachteilig ist allein der hohe finanzielle Aufwand, der bei einem Jurastudium jedoch früher oder späterin jedem Falle im Raum steht. Der gesalzene Preis kann sich freilich unterm Strich in Form eingesparter Zeit und Nerven durchaus rechnen.

Anmerkungen

Jura Individuell informiert Sie über das juristische Studium vom ersten Semester bis zum zweiten Staatsexamen. Lesen Sie daher unsere nützlichen Artikel zur Motivation im Studium, über die Organisation und Struktur im Jura-Studium, über die Überwindung von Prüfungsangst, warum man sich für ein Jura Studium entscheiden sollte  und was man gegen Lernprobleme machen kann. Außerdem beschäftigen sich unsere Artikel mit den Themen  des richtigen Lernens im Studium, dem Schutz gegen Überarbeitung  (Burnout) und wie man sich verhalten sollte, wenn man durch eine Prüfung durchgefallen ist. Weiterhin geben wir nützliche Tipps  zur Anfertigung einer Klausur oder Hausarbeit  sowie Vorbreitungshilfestellungen für die mündiche Prüfung.

Des weiteren erhalten Sie Hilfestellungen bei der Vorbereitung und Anfertigung der Abschluss-, Schein-, Zwischenprüfungsklausuren (Zivilrecht, Öffentliches Recht, Strafrecht) und des  Staatexamen (Ablauf, mündliche Prüfung, Die Klausuren, Die Vorbereitung, Examen im Zivilrecht, Examensplan). Wir informieren Sie ebenfalls über Crashkurse zur Vorbereitung auf Klausuren und das Referendariat (Der erste Tag, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz).

Erfahren Sie mehr über die Tradition der Repetitorien, die Geschichte der modernen Universität, das Beamtentum, die Notwendigkeit der Repetitorien bei der Klausur- und Examensvorbereitung, die verschiedenen Formen von Repetitorien, den Ablauf des Individualunterrichtes sowie den Nutzen von ergänzenden juristischen Privatunterricht.

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