Arbeiten neben dem Jurastudium?

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit der Frage, ob ein Nebenjob neben dem Jurastudium möglich ist und gibt Anregungen in welchen Bereichen ein Job zu suchen wäre.

Ein Studium, und nicht zuletzt das Jurastudium, ist eine sehr langwierige Angelegenheit. Wenn man nicht gerade aus einem reichen und wohl behüteten Elternhaus kommt, das einem das gesamte Studium und alle darüber hinausgehenden privaten Bedürfnisse wie Urlaub, Laptop und Party ohne Anstrengungen finanziert, wird man sich im Laufe des Studiums früher oder später fragen, ob eine Tätigkeit neben dem Studium möglich ist und wie diese Tätigkeit aussehen soll.

Die Beantwortung dieser Frage hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, die nacheinander geprüft und für einen selbst beantwortet werden müssen.

1. Brauche ich das Geld wirklich?

Als aller erstes sollte man sich genau fragen, ob man das Geld aus einem Nebenjob wirklich dringend benötigt. Es ist absolut nachvollziehbar, dass man nur die Energie für das Studium aufbringen kann, wenn man ein Belohnungssystem und ein Ziel hat, auf das man hinarbeitet. Das Bestehen des Examens wird aber gerade in den ersten Semestern nicht unbedingt Motivation genug sein, um sich jeden Tag aufs Neue aus dem Bett zu quälen, sich an den Schreibtisch zu setzen und stundenlang juristische Texte zu wälzen. Insofern ist es von überragender Wichtigkeit, dass man sich kleine Ziele setzt, die einem dazu verhelfen sich stets zu motivieren. Ob diese Belohnung in einem freien Nachmittag, einer Massage oder einem Eisessen liegt oder, ob man sich von Zeit zu Zeit eine größere Belohnung in Form eines Urlaubs setzt, ist grundsätzlich egal, solange man überhaupt ein Belohnungssystem aufbaut. Denn nur, wenn man genügend Energie und Entspannung hat, wird man produktiv und erfolgreich arbeiten und am Ende das Examen erhalten können.

Damit ein Belohnungssystem aber überhaupt bestehen kann, muss eine ausreichende Finanzierung gesichert sein. Kein Studierender wird produktiv arbeiten, wenn er sich mit Geldsorgen quält. Man kann auch nicht von einer Belohnung sprechen, wenn diese ein finanzielles Chaos nach sich zieht. Insofern ist die erste wesentliche Frage, die es zu beantworten gilt: Woher bekomme ich das Geld für mein Belohnungssystem?

Wenn die Eltern oder generell die Familie einen großzügig unterstützen können und gerne unterstützen, kann man nur empfehlen, dieses Geschenk anzunehmen. Denn egal für welch einen Nebenjob man sich entscheiden würde; jeder Job kostet Zeit und Energie. Selbst, wenn man den nettesten und freundlichsten Arbeitgeber hat, der einem ein großzügiges und vielversprechendes Honorar in Aussicht stellt; dieser Arbeitgeber macht sein Angebot nicht aus reiner Großzügigkeit oder gar Nächstenliebe: er erwartet eine entsprechende Gegenleistung. Und diese Gegenleistung wird einem immer einen Teil der Zeit nehmen, die man effektiv für die Vorbereitung des Studiums oder gar zur aktiven Entspannung nutzen kann. Insofern sollte man sich immer fragen, ob man wirklich einen Nebenjob benötigt oder ob man nicht anders eine Unterstützung bekommen kann. Denn ganz gleich wie man es auch dreht und wendet: Kein Nebenjob neben dem Jurastudium ist das Beste!

2. Wie viel Geld brauche ich?

Wenn man sich die erste Frage gestellt hat und zu dem Ergebnis gelangt, dass man das Geld aus einem Nebenjob benötigt, dann hat man sich in einem zweiten Schritt die Frage zu stellen, wie viel Geld man tatsächlich benötigt. Sicherlich ist etwas Wahres an der Aussage, dass man niemals genug Geld haben kann, dennoch ist das nicht die richtige Antwort auf unsere Frage. Es geht nicht darum, soviel Geld zu verdienen, dass man wie Dagobert Duck in diesem schwimmen kann. Für uns ist nur wichtig, wie viel Geld man benötigt, um ein sorgenfreies Studienleben zu führen, in dem man sich gleichzeitig noch belohnen kann.

Wenn man es bisher noch nicht getan hat, dann sollte man sich spätestens jetzt genauer mit den eigenen Finanzen auseinandersetzen und aufschlüsseln, wie viel Geld man im Monat wofür ausgibt. Anschließend sollte man sich noch einmal genauere Gedanken über das oben angesprochene Belohnungssystem machen. Es gilt hierbei zu überlegen, welche Belohnungen in Betracht kommen. Anschließend muss man sich erkundigen, wie viel Geld diese Belohnungen kosten, um am Ende eine Summe zu wissen. Dieses Geld für die Belohnungen und das Geld für die Monatsausgaben werden addiert und den monatlichen Einkünften gegenübergestellt. Das Minus, was nun als Ergebnis herauskommt ist das Geld, das durch einen Nebenjob erwirtschaftet werden sollte.

Sollte man nun aber feststellen, dass eine Summe von monatlich 500 € oder mehr herauskommt, dann ist die Rechnung zu überprüfen oder das Belohnungssystem zu überdenken. Ein Nebenjob zum Jurastudium, der mehr als 500 € erbringt ist fast nicht zu bewerkstelligen. Ein solcher Job hätte eher zur Konsequenz, dass nur noch für den Job gearbeitet wird, das Studium selbst aber hinten ansteht und damit viel zu kurz kommt. Sollte aber nach wie vor eine monatliche Differenz von 500 € oder mehr bestehen bleiben, so gilt es sich nach Bafög oder anderen Förderungen umzusehen.

Am Ende steht nun fest, wie viel Geld man zusätzlich zu den monatlichen Einkünften benötigen wird.

3. Wie viel Zeit habe ich für einen Nebenjob?

Als nächstes muss man sich fragen, wie viel Zeit man für einen Nebenjob entbehren kann. Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab.

a.) Wann kann ich einen Nebenjob am besten ausüben?

Zum einen ist bedeutend, in welchem Semester man sich befindet und dann auch wie gut man im Studium zurechtkommt. Im ersten Semester kann ich niemandem raten einen Nebenjob auszuüben. Die Umstellung von der eng betreuten Schulausbildung zum selbstständigen Studienalltag bedarf ein wenig Zeit. Der Beginn eines Studiums benötigt viel Aufmerksamkeit, da bereits zu diesem frühen Zeitpunkt die Weichen für das spätere Studium und dessen Erfolg gelegt werden. Wenn man in dieser wichtigen Phase einen Nebenjob ausübt geschieht es häufig, dass man unter dem gesamten Druck wichtige Aspekte übersieht und den Anschluss verliert. Wer noch keine Klausur geschrieben hat, hat auch noch keine Rückmeldung über den eigenen Leistungsstand. Man weiß daher gar nicht, ob man wirklich in der Lage ist überhaupt einen Job neben dem Studium auszuüben. Es geht also nicht darum, dass man es vermeintlich schafft, Studium und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Denn nur weil man in der Lage ist seinen Alltag so zu planen, dass man Vorlesungen und Übungen besuchen kann und es gleichzeitig noch schafft zum Job zu rasen und dort zu arbeiten, hat man noch keinen Erfolg im Studium erzielt. Wenn es also irgendwie finanziell möglich und tragbar ist, sollte im ersten Semester tunlichst die Ausübung eines Jobs neben dem Studium vermieden werden.

Etwas kürzer sollte man spätestens zur Examensvorbereitung treten. Dies liegt daran, dass man nicht nur die Zeit zum Erlernen und Repetieren, sondern auch gerade zum Schreiben von Übungsklausuren benötigt. In dieser „heißen Phase“ wird man wohl nicht mehr als einen Nachmittag in der Woche für einen Nebenjob aufwenden können. Sollte man tatsächlich noch mehr Zeit in der Woche haben, sollte diese zur Regeneration aufgebracht werden, um energie- und erfolgreich das Examen antreten zu können.

b.) Wie viele Wochenstunden kann ich für einen Nebenjob aufbringen?

Wenn das erste Semester erfolgreich abgeschlossen wurde, kann über die Ausübung eines Nebenjobs nachgedacht werden. Erfolgreich ist man dabei dann, wenn man die ersten Prüfungsverpflichtungen sicher – also mit mindestens sechs Punkten – bestanden hat.

Wenn man sich von Semester zu Semester einen neuen Wochenplan erstellt, in denen die zu besuchenden Pflichtveranstaltungen und die voraussichtliche Nacharbeitungszeit eingetragen werden, kann man sehr schnell erkennen, wie viel Zeit einem noch in der Woche zur freien Verfügung übrig bleibt. Bevor man diese Zeit aber komplett für einen Nebenjob verplant, sollte man realistisch bleiben. Zum einen wird man den noch so ambitioniert geplanten Lernplan doch nicht immer ganz einhalten können, weil das Leben nun einmal nicht vorhersehbar ist. Aus diesem Grund benötigt man einen gewissen Puffer, den man zum Nacharbeiten der nicht geschafften Lerninhalte nutzen kann.

Zum anderen benötigt man einen Teil dieser Zeit, für die eigene Regeneration und Entspannung. Denn das Jurastudium ist vergleichbar mit einem Marathon und jeder Studierende mit dem teilnehmenden Marathonläufer. Ein Läufer braucht regelmäßiges Training für die erfolgreiche Teilnahme am Lauf und dieses Training muss regelmäßig stattfinden. Insofern sollte der Studierende regelmäßig Vorlesungen und Übungen besuchen und sich in Eigenarbeit den Lernstoff beibringen. Der Marathonläufer kann aber nicht jeden Tag zur Übung die vollständigen Kilometer laufen, denn sonst hat er vermutlich sehr schnell Knie- oder andere gesundheitliche Probleme. Auch der Marathonläufer benötigt Ruhepausen, in denen er keinen Sport macht, damit sich die Muskeln, Sehnen und Bänder, aber auch die Organe, erholen können. Macht der Marathonläufer diese Pausen nicht, dann werden seine Muskeln sehr schnell übersäuert sein und sich früher oder später bemerkbar machen. Wenn der Läufer die Anzeichen seines Körpers ignoriert, wird er den eigentlich entscheidenden Lauf nicht mehr antreten können und das wäre sehr schade. Damit dieses Phänomen nicht bei den Jurastudierenden zum Examen eintritt, braucht man diese Ruhepausen und man benötigt Entspannung und Abstand zum Studium. Nur dadurch wird man den klaren Blick behalten und erfolgreich sein. Erst wenn man also zusätzlich zu den Pufferlernzeiten auch noch realistische Erholungs- und Regenerationszeiten in den Studienwochenplan eingearbeitet hat, kann man erkennen und entscheiden, wie viele Stunden man noch für einen Nebenjob aufbringen kann.

Vermutlich werden das maximal 10 Wochenstunden sein. Allerdings sollte tunlichst darauf geachtet werden, dass man die Arbeitszeit variieren kann. Denn wenn eine Prüfung ansteht, wird man vermutlich noch einmal mehr Zeit zum Lernen benötigen, als im täglichen Semestergeschehen.

In der Prüfungsphase selbst sollte möglichst keiner zusätzlichen Arbeit nachgegangen werden. Insofern wäre es empfehlenswert vor der Jobaufnahme die Modalitäten hinsichtlich der Arbeitszeit zu erfragen und sich die Möglichkeit einzuräumen in den Prüfungsphasen nicht zur Verfügung stehen zu müssen. Stattdessen kann man die Arbeitszeit nach dem absolvieren der Prüfungen nacharbeiten.

Insofern kann man – je nach dem, wie gut man im Studium ist und abhängig davon wie viel Geld man benötigt – einen Nebenjob mit bis zu maximal 40 Monatsstunden bewältigen. Je weniger Stunden man aber arbeiten muss, desto besser ist es!

4. Welcher Job passt zu mir und meiner Situation?

Nach der obigen Prüfung hat man nun realistisch eine negative Differenz von 100 € bis 500 €, die mit einem Nebenjob auszugleichen ist. Gleichzeitig weiß man, wie viel Zeit man von dem Jurastudium und seiner Freizeit für einen Job entbehren kann. In einem nächsten Schritt stellt sich daher die Frage, welcher Job überhaupt in Betracht kommt. Auch diese Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten, sondern bedarf einer Differenzierung. Dafür müssen zunächst die Möglichkeiten herausgesucht werden, bevor diese in einem weiteren Schritt abgewogen werden.

a.) Die Möglichkeiten

aa.) Der Verkaufsjob

Sicherlich kennt fast jeder die Möglichkeit in einem Supermarkt in der Nähe als geringfügig Beschäftigte als Auspackhilfe oder an der Kasse zu arbeiten. Es gibt aber auch sämtliche Fast-Food-Geschäfte, die stets geringfügig Beschäftigte Angestellte suchen. Möglich ist auch der Job in einem Kleidungsgeschäft, bei dem man ebenfalls Kleidung ein- und ausräumt oder Kassiertätigkeiten ausübt. Alle diese Jobs, von denen es noch eine Menge mehr gibt, fassen wir hier unter dem Begriff Verkaufsjob zusammen. Und eines ist vor allem immer sehr positiv dabei: in diesen Bereichen besteht so viel Bedarf, dass man problemlos einen Job in diesem Bereich finden kann.

bb.) Der juraspezifische Job

Auf der anderen Seite gibt es einige juraspezifische Jobs, die anzudenken sind. Der klassische Job während der Studienzeit ist sicherlich die Stelle als studentische Hilfskraft an einem Lehrstuhl an der Universität. Allerdings bieten viele Kanzleien, Rechtsabteilungen von Banken, Versicherungen und auch beispielsweise die Rechtsabteilungen vom Studentenwerk und Bafög-Amt studentische Hilfskrafttätigkeiten an.

cc.) Das Kreative

Letztlich gibt es noch den kreativen Weg, fernab vom Mainstream. Wenn man ohnehin ein sportlicher Typ ist und regelmäßig in ein Fitnessstudio rennt, dann kann man sich die Frage stellen, ob man nicht selbst Fitnesstrainer, Groupfitnesstrainer oder Promoter sein möchte, um sich damit das fehlende Geld zu verdienen.

Wenn man sich hingegen für das Geschriebene interessiert, würde man sich vielleicht als freier Journalist bei einer Zeitung gut aufgehoben fühlen. Oder man geht zum Fernsehen oder dem Radio und erkundigt sich dort, welche Tätigkeiten sie für geringfügig Beschäftigte bieten.

Vielleicht interessiert man sich aber auch für Fotografie, sodass man sich als Fotograf anbieten kann. Wenn man hingegen eine gewisse optische Grundlage mitbringt, kann man überlegen, ob man sich in das Modellbusiness begibt und sich für kleinere Kataloge abbilden lässt oder Modeschauen für naheliegende Geschäfte läuft.

Dieser Bereich des Kreativen ist nahezu grenzenlos. Wenn man sich fragt, welche Hobbys man hat und was einem Spaß machen würde, kann man bei genauerer Recherche herausfinden, dass viele dieser Tätigkeiten nicht geschützt sind und damit von jedermann, ohne vorherige Ausbildung, ausgeübt werden können.

b.) Die Abwägung

Nachdem einige Jobmöglichkeiten aufgezeigt wurden, muss jeder für sich eine Abwägung treffen, welcher dieser Jobs der richtige für einen ist. Ein konkretes Ergebnis kann dieser Aufsatz leider nicht liefern, aber in der folgenden Abwägung sollen ganz objektiv die Vor- und Nachteile dieser Tätigkeiten aufgezeigt werden. Die endgültige Entscheidung muss jeder selbst treffen.

aa.) Das Pro und Contra des Verkaufsjob

Betrachtet man den Verkaufsjob, so lässt sich feststellen, dass dies ein Standardjob ist. Er wird nicht nur von vielen Schülern und Studierenden ausgeübt, sondern ist mittlerweile auch auf diese Zielgruppe ausgerichtet. Häufig hat man sehr flexible Arbeitszeiten, solange man auf die vereinbarten Monatsstunden kommt. Die Bezahlung erfolgt grundsätzlich anstandslos, zügig und ohne Probleme. Weiterhin muss man bei diesen Verkaufsjob nicht darüber nachdenken, was man zu tun hat. Diese Jobs sind meistens so ausgelegt, dass von vornherein feststeht, welche Aufgaben man zu erfüllen hat. Man muss auch keine Arbeit vorbereiten oder nachbereiten, sondern man geht zum Job, erfüllt seine Arbeit und geht wieder nach Hause.

Allerdings haben derartige Verkaufsjobs auch Nachteile. Auf der einen Seite ist die geregelte Tätigkeit sicherlich vorteilhaft, doch auf der anderen Seite muss man aber auch erkennen, dass es eine gleichbleibende und damit häufig nicht besonders fördernde Tätigkeit ist, die vor allem nicht wirklich etwas mit dem Jurastudium zu tun hat. Sicherlich kann man überlegen, wie viele Geschäfte bei einem Kaufvertrag abgeschlossen werden und welche juristischen Normen für die Rückabwicklung eingreifen, wenn sich ein Kunde über ein Produkt oder dergleichen beschwert. Vielmehr Juristisches wird man jedoch nicht mitnehmen. Stattdessen schaltet man bei diesen Jobs häufig geistig ab und erledigt nur die von einem geforderte Tätigkeit zuverlässig und gewissenhaft. Dieses Abschalten kann zwar durchaus einige Entspannung vom Studium bieten, aber es bringt einen nicht weiter und man wird auch nicht über juristische Themen bewusst nachdenken.

Letztlich muss man bei einem solchen Job unbedingt aufpassen, dass man tatsächlich die Möglichkeit erhält, sich bei anstehenden Prüfungen zum Lernen zurückziehen zu können. Es kommt immer wieder vor, dass einem diese Rückzugsmöglichkeit angeboten wird und am Ende aber doch Schichtpläne entworfen werden, die der Studienplanung zuwiderlaufen.

Fazit: Dieser Job eignet sich vor allem für diejenigen, die ihr Geld einfach, sicher und regelmäßig verdienen möchten, ohne eine Verknüpfung zum Studium zu haben. Aufzupassen ist hierbei, dass man einen Rückzug hat, wenn man bei Prüfungsvorbereitungen nicht arbeiten kann.

bb.) Das Pro und Contra juraspezifischer Jobs

Betrachtet man die juraspezifischen Jobs, so ist vor allem erst einmal das juraspezifische hervorzuheben. Durch diese Jobs erhält man Einblicke in den möglich Alltag, der einen später erwarten kann. Oder aber man erhält die Einblicke und stellt durch die Arbeit fest, dass gerade diese Art von Beruf nichts für einen ist. Von nicht untergeordneter Rolle ist überdies die Möglichkeit juristische Kontakte zu knüpfen. Ganz gleich, ob man diese Kontakte dazu nutzt, einen Praktikumsplatz zu erhalten oder aber um einen einfacheren Berufseinstieg zu erhalten: derartige Kontakte können sehr nützlich sein. Geht man in diesem Bereich beispielsweise der studentischen Hilfskrafttätigkeit am Lehrstuhl der Universität nach, dann hat dies noch weitere Vorteile. Man erhält einen Einblick in die Abläufe der Universität und des Studienalltags, allerdings aus genau der gegenteiligen Perspektive. Anstatt sich zu fragen, worauf der Klausurersteller mit dem geschriebenen Sachverhalt in einer Klausur hinaus möchte, stellt man sich auf der anderen Seite die Frage, was ein Studierender leistungstechnisch können muss. Außerdem sieht man, wie Klausuren erstellt und korrigiert werden und kann dadurch sehr viel lernen.

Wenn man in einem juraspezifischen Job arbeitet geht man nicht nur irgendeinen Job nach, sondern kann das Studium mit diesem Job verbinden und einige Erfahrungen hinsichtlich des eigenen Studiums verwenden.

Auf der anderen Seite ist auch Vorsicht geboten, welches Tätigkeitsfeld anvisiert wird. Wenn man lediglich Kopierjobs zu erledigen hat und ansonsten keine Einblicke in die Studienabläufe erhält, dann bringt einem ein solcher Job am Ende reichlich wenig. Weiterhin sind gerade die studentischen Hilfskraftstellen an den Lehrstühlen sehr beliebt und gleichzeitig rar, was zur Folge hat, das teilweise erheblich hohe Anforderungen in den Ausschreibungen erwartet werden und das Ergattern eines solchen Jobs nicht immer gelingen kann. Arbeitet man hingegen in einer Kanzlei, kann es häufig dazu kommen, dass man mit Aufgaben nur so überladen wird. Manche Anwälte haben sehr interessante Mandate, aber mit den Mandaten selbst kommt man grundsätzlich nicht in Kontakt. Vielmehr erledigt man die Recherchetätigkeiten, die der Anwalt aus Zeitgründen nicht managen kann und durchwühlt juristische Datenbanken. Manchmal erledigt man auch Arbeiten, die von Referendaren gemacht werden, weil der Anwalt einem diese Aufgaben zutraut oder aber einfach Not am Mann ist. Insofern gilt es immer wieder bei einem solchen Job zu reflektieren, ob man für die Tätigkeiten angemessen bezahlt wird.

Darüber hinaus ist immer wieder festzustellen, dass die juraspezifischen Jobs am Ende nicht so zielführend für das eigene Fortkommen sind, wie man zunächst annimmt. Ferner kann es bei diesen Tätigkeiten vorkommen, dass die Arbeitszeiten nicht planbar sind, sodass man letztlich viel mehr arbeitet, als man eigentlich eingeplant hat. Und da man der Meinung ist, dass man ohnehin schon an dem Tag „Jura gemacht“ hat, lässt die Motivation für die Einhaltung des eigenen Lernplans gerne einmal nach.

Fazit: Juraspezifische Jobs sind generell sehr empfehlenswert, sofern man immer wieder reflektiert, ob einem die Arbeit wirklich etwas bringt und ob man für die Tätigkeit angemessen bezahlt wird. Übt man Aufgaben aus, die von Referendaren oder Angestellten zu erledigen wären, die eine ganz andere Bezahlung erhalten, dann sollte eventuell Abstand genommen werden.

Diese Jobs eignen sich also für alle diejenigen, die ihren Nebenjob gerne mit dem Studienalltag verbinden und Einblicke in die Abläufe der Gegenseite erhalten möchten.

cc.) Das Pro und Contra der kreativen Jobs

Betrachtet man die kreativen Jobs, dann ist besonders hervorzuheben, dass diese Tätigkeiten dazu verhelfen können, sich persönlich und vor allem unabhängig von dem Jurastudium weiterzuentwickeln. Insofern bieten einem diese Jobs ein Leben neben dem Juraalltag. Außerdem basieren die meisten dieser Arbeiten auf der Grundlage der selbstständigen Tätigkeit. Insofern kann man, ohne größere finanzielle Risiken, diese Tätigkeiten aufnehmen. Die Selbstständigkeit bietet einem die Möglichkeit sich die Arbeitszeiten selber einzuteilen und dadurch die Unabhängigkeit und Freiheit sich zu entfalten. Darüber hinaus kann man sein Hobby zum Beruf machen und wird dafür auch noch bezahlt.

Allerdings muss man erkennen, dass es nicht immer einfach ist, wenn man das Hobby zum Beruf macht. Denn statt das man beispielsweise in das Fitnessstudio fährt, um gemütlich zu trainieren und zu quatschen, sieht man sich nun gezwungen, den angenommenen Fitnesskurs zu unterrichten. Und selbst wenn einem die Lust fehlt, muss man nun trotzdem seiner Verpflichtung nachkommen. Weiterhin kann es notwendig sein Fortbildungen zu besuchen, Set-Cards zu erstellen oder Lizenzen zu erhalten. Dies kostet jedoch nicht nur eine Menge Geld, das man eigentlich gerade mit dem Job verdienen möchte, sondern auch Zeit, die man für das Lernen benötigt. Insofern kann ein solcher kreativer Traumjob schnell zum Albtraum werden und in einer negativen Kostenspirale enden, die ins Gegenteil von dem umschlägt, was man ursprünglich mit diesem Nebenjob erreichen wollte: Geld für ein angenehmes Studienleben zu schaffen! Stattdessen steht man hinterher mit weniger Geld und Zeit da und kann noch weniger Motivation für das Studium aufbringen.

Fazit: Diese Jobs eignen sich vor allem für diejenigen, die sich sehr gut selbst disziplinieren können und nicht zu schnell in die Versuchung geraten, das Lernen hintenanzustellen, nur um noch ein paar interessante Dinge zu erledigen. Diese Jobs eignen sich aber vor allem auch für diejenigen, die etwas Neues ausprobieren und kreativ arbeiten, das Hobby zum Beruf machen wollen und die gleichzeitig bereit sind, diesen Traumjob aufzugeben, wenn sie merken, dass er sich negativ entwickelt.

5. Fazit

Man sollte neben dem Jurastudium nur dann einen Nebenjob aufnehmen, wenn man das Geld tatsächlich benötigt, da das Beste immer ist, wenn man die volle Konzentration für das Studium und nicht noch andere Abläufe im Kopf hat, die den Alltag tangieren.

Arbeiten neben dem Studium ist grundsätzlich möglich, aber man sollte immer darauf achten, dass der Hauptfokus auf dem Studium liegt.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, die man zuvor sehr genau analysieren sollte, bevor man unreflektiert den nächstliegenden Aushang folgt.

Nun wünsche ich allen Lesern viel Erfolg für Ihr Studium und viel Spaß mit ihrem Nebenjob!

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  1. Zoroofchi

    21.11.2017, um 22:59 Uhr

    Tolle Ansätze..passt alles wirklich zum Leben eines Jura studierenden…

Präsentiert vom Repetitorium Jura Individuell. Infos oder Buchung unter (0173) 20 56 303 oder info@juraindividuell.de. Quelle: www.juraindividuell.de