ZPO Urteil Widerklage Aufbau Tatbestand

Referendariat: Urteilsaufbau Widerklage Tatbestand Entscheidungsgründe

Im folgenden wird schematisch der Urteilsaufbau mit Widerklage schematisch dargestellt:

A. Tenorierungsmöglichkeiten

Beispiel 1: Die Klage hat vollen Erfolg
  1. Der Beklagte wird verurteilt, 20.000 € an den Kläger zu zahlen.
  2. Die Widerklage wird abgewiesen.
  3. Der Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.
  4. Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils beizutreibenden Betrages vorläufig vollstreckbar.
Beispiel 2: Die Klage hat keinen Erfolg
  1. Die Klage wird abgewiesen.
  2. Auf die Widerklage hin wird der Kläger verurteilt, 10.000 Euro an den Beklagten zu zahlen.
  3. Der Kläger trägt die Kosten des Rechtsstreits.
  4. Das Urteil ist gegen Sicherheit in Höhe von 110 % des jeweils beizutreibenden Betrages vorläufig vollstreckbar.
Beispiel 3: Klage und Widerklage haben Erfolg
  1. Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 20.000 Euro zu zahlen.
  2. Auf die Widerklage hin wird der Kläger verurteilt, 10.000 Euro an den Beklagten zu zahlen.
  3. Der Kläger hat 1/3, der Beklagte 2/3 der Kosten des Rechtsstreits zu tragen.
  4. Das Urteil ist für jede Partei gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils beizutreibenden Betrags vorläufig vollstreckbar.
Beispiel 4: Beide Klagen haben keinen Erfolg
  1. Klage und Widerklage werden abgeweisen.
  2. Der Kläger hat 2/3, der Beklagte 1/3 der Kosten des Rechtsstreits zu tragen.
  3. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Für den Kläger ohne Sicherheitsleistung, für den Beklagten nur gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 2000 Euro. Der beklagte darf die Vollstreckung des Klägers durch Sicherheit von 1500 Euro abwenden, wenn nicht der Kläger vor der Vollstreckung in dieser Höhe Sicherheit leistet.
Beispiel 5: Klage und Widerklage haben teilweise Erfgolg
  1. Der Beklagte wird verurteilt, 4000 Euro an den Kläger zu zahlen.
  2. Auf die Widerklage hin wird der Kläger verurteilt, 2000 Euro an den beklagten zu zahlen.
  3. Im Übrigen werden Klage und Widerklage abgewiesen.
  4. Die Kosten des Rechtsstreits werden gegeneinander aufgehoben.
  5. Das Urteil ist für jede Partei gegen Sicherheit in Höhe von 110 % des jeweils beizutreibenden Betrags vorläufig vollstreckbar.

B. Tatbestand

Möglichkeit 1 : Einheitlicher Lebenssachverhalt

Einleitungssatz

I. Unstreitiges Vorbringen zur Klage und Widerklage

II. Streitiges Klägervorbringen

III. Anträge

  • Kläger zur Klage
  • Beklagter zur Klage
  • Beklagter zur Widerklage
  • Kläger zur Widerklage

IV. Streitiges Beklagtenvorbringen

V. Prozessgeschichte

Möglichkeit 2: Verschiedene Lebenssachverhalte

Einleitungssatz

I. Unstreitiger Sachverhalt zur Klage

II. Streitiger Vortrag des Klägers zur Klage

ggf. Vorgezogene „kleine“ Prozessgeschichte, wenn für das Verständnis der Anträge zwingend erforderlich

III. Anträge

IV. Streitiger Vortrag des Beklagten zur Klage

Überleitungssatz zur Widerklage

V. Unstreitiger Sachverhalt zur Widerklage

VI. Streitiger Vortrag des Beklagten zur Widerklage

  • Antrag des Beklagten zur Widerklage
  • Antrag des Klägers zur Widerklage

VII. Streitiger Vortrag des Klägers zur Widerklage

VIII. Prozessgeschichte

C. Entscheidungsgründe

Einleitungssatz zur Klage und Widerklage (zusammenfassender Obersatz)

I. Zulässigkeit der Klage

II. Begründetheit der Klage

III. Zulässigkeit der Widerklage

IV. Begründetheit der Widerklage

Nebenkostenentscheidungen

I. Kosten

II. Vorläufige Vollstreckbarkeit

 

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