Zwischenprüfung Jura durchgefallen – letzter Versuch

Die Zwischenprüfungen sind die erste große Hürde, die im Jura-Studium zu überwinden sind. Ohne das Bestehen dieser Zwischenprüfungen fehlt sowohl die Zulassungsvoraussetzung zum Hauptstudium als auch zum Examen. Da diese Zwischenprüfungen so wichtig für das Weiterkommen im Studium sind, ist das Niveau dieser Prüfungen sehr anspruchsvoll. Die Universitäten wollen mit diesen Prüfungen sehen, welche Studierenden dem Anspruch des Jura-Studiums gerecht werden. Dementsprechend liegen die Durchfallquoten bei den Zwischenprüfungen meist bei 20 bis 50 Prozent. Ist der Einzelne auf manchem Gebiet nicht so gut vorbereitet, kann dies am Ende schnell zum Durchfallen führen. Ebenso ist bei diesen Prüfungen zu beachten, dass je nach Prüfungsordnung die Zwischenprüfungen nur ein oder zweimal wiederholt werden und bei Nichtbestehen der ersten, beziehungsweise der zweiten Wiederholungsklausur, die Zwangsexmatrikulation folgt.

Die Zwischenprüfungen werden in den ersten zwei Semestern geschrieben und umfassen jeweils eine Zwischenprüfungsklausur in den drei großen Rechtsgebieten Strafrecht, Zivilrecht und Öffentliches Recht sowie eine Klausur im Grundlagenfach (meist Rechtsgeschichte). In der Folge heißt das für den Studierenden, er muss meist innerhalb von ein bis zwei Wochen mindestens 3 Klausuren schreiben und den nötigen Stoff verstanden haben und ebenso anwenden können. Dass dies gerade für Anfänger große Probleme mit sich bringen kann ist nicht unverständlich, da die rechtliche Materie sehr umfangreich ist und einen hohen Schwierigkeitsgrad aufweist.

Der folgende Artikel soll daher Studierenden helfen, die das erste oder zweite mal durch eine Zwischenprüfung durchgefallen sind. Vielen Studierenden kommen dann Zweifel, ob das Jura-Studium das Richtige für sie ist, aber den meisten Studierenden kann durch eine gute und zugleich strukturierte Vorbereitung geholfen werden und so folglich schnell zu Erfolgen verholfen werden.

Remonstration

Hat man die nichtbestandene Klausur erhalten, sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken und an sich selbst zweifeln, sondern sich genau die Kommentare am Rand der Klausur anschauen. Dann nimmt man sich das Lehrbuch zum Rechtsgebiet der Klausur sowie die Klausurlösung und überprüft, ob die Klausur ordnungsgemäß korrigiert worden ist.

Dies fällt den Studierenden der ersten Semester meist sehr schwer, deshalb sollten diese Kommilitonen der höheren Semester fragen oder einfach einen Repetitor kontaktieren, der dem Einzelnen bei der Überprüfung der Korrektur hilft.

Kommt man dann zu dem Ergebnis, dass die eigene in der Klausur niedergelegte Lösung dem Anspruch der Klausurlösung genügt und der Korrektor eine fehlerhafte Korrektur vorgenommen hat, sollte man versuchen, durch eine Remonstration (=bezeichnet den Widerspruch gegen ein Klausurergebnis) gegen die Klausurbewertung vorzugehen. Dabei sind die Fristen der Prüfungsordnung zu beachten. Die Remonstrationsschrift ist dann am Lehrstuhl, welcher die Zwischenprüfungsklausur gestellt hat, beziehungsweise beim zuständigen Prüfungsamt, einzureichen.

Kommt man hingegen zu dem Ergebnis, dass die Korrektur ordnungsgemäß vorgenommen worden ist, so ist es umso wichtiger, sich die Fehler, die der Korrektor in der Klausur vermerkt hat, zu notieren und bei der Vorbereitung auf die Wiederholungsklausur zu nutzen.

Gründe für das Durchfallen

Hat man sich die Korrekturbemerkungen notiert, sollte man diese auswerten. Häufen sich dabei Bemerkungen, ist dies ein Indiz, dass es gerade in diesem Bereich noch Verbesserungsbedarf gibt. Wird beispielsweise öfter beschrieben, dass die Klausuransichten lückenhaft, unvollständig oder falsch sind, so schließt dies entweder auf eine ungenügende Vorbereitung oder der Einzelne ist so aufgeregt, dass er sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren kann. Oft ist an nichtbestandenen Klausuren auch die Anmerkung zu finden, dass die meiste Zeit im Urteilsstil geschrieben wurde und der Gutachtenstil nicht beherrscht wird. Findet man solche Bemerkungen, sollte man diese bei der weiteren Vorbereitung nutzen.

Eine schlechte Vorbereitung

Gibt es in der Klausur aber auch sonst Hinweise, dass man nicht gut vorbereitet war, sollte man sein ganzes Vorbereitungskonzept überdenken. Dabei sollte man sich folgenden Fragen stellen:

1. Habe ich mir für die Vorbereitung genug Zeit gelassen?

2. Habe ich tiefgründig genug gelernt?

3. Hatte ich beim Lernen große Verständnisprobleme?

4. Habe ich mit dem richtigen Lehrbuch gearbeitet?

5. Habe ich meine Schwerpunkte bei den richtigen Themen gesetzt?

Eine solche Analyse am Anfang des Studiums selbst vorzunehmen ist sehr schwierig, weil man keine Erfahrungen und Anhaltspunkte hat. Es ist deshalb ratsam einen Tutor oder einen Studierenden der höheren Semester zu fragen. Ebenso hilfreich ist es, Kommilitonen zu fragen, die die Zwischenprüfungsklausur bestanden haben und diese konkret zum Lernablauf und den Gesamtumständen des Lernens (Lehrbücher, Themenschwerpunkte, tägliche Dauer des Lernens) zu befragen. Ebenfalls hilfreich ist es, eine Analyse durch einen Repetitor vornehmen zu lassen. Durch seine Erfahrung kann dieser gezielt die Probleme des Einzelnen herausfinden und so eine gute Grundlage zur Vorbereitung auf die Wiederholungszwischenprüfungsklausur schaffen.

Aufregung

Ein großes Problem vieler Studierender ist die Angst vor Klausuren. Diese Angst wandelt sich dann in innerliche Aufregung während der Bearbeitung der Klausur um und führt auch in vielen Fällen dazu, dass die Klausur nicht bestanden wird. Grund für das Durchfallen ist in diesem Fall nicht eine ungenügende Vorbereitung oder die fehlerhafte Anwendung des Gutachtenstils, sondern eine innere Panik, die bei vielen schon seit der Schulzeit geben ist, aber bei vielen anderen auch erst im Studium hervorkommt, denn das Jura-Studium besteht aus einer regelrechten Panikmacherei. Die Professoren machen einem Angst, die höheren Semester erzählen Schauergeschichten über die Klausuren und die Kommilitonen des eigenen Semesters übertragen ebenso ihren Stress auf den Einzelnen. Die Folge ist eine riesige Angst vor Klausuren und Blackouts bei den Prüfungen. Dass das Jura-Studium ein gewisses Niveau aufweist, bleibt unbestritten. Eine Klausur zu bestehen ist zwar anspruchsvoll, aber auf keinen Fall unmöglich. Man sollte jetzt nicht den Fehler machen und gar nicht auf Kommilitonen und deren Vorbereitungstechniken hören, aber grundsätzlich sollte jeder den eigenen Weg der Vorbereitung gehen.

Um einer solchen Prüfungsangst entgegenzuwirken, können ebenso Repetitorien helfen, die vor der Klausur mit dem Studierenden die einzelne Materie durchgehen und dem Einzelnen aufzeigen, dass der Stoff beherrscht wird. Dies gibt dann eine gewisse Sicherheit und die Angst vor dem möglichen Scheitern ist nur noch minimal.

Klausurtechniken nicht richtig angewandt

Ein Durchfallgrund, der weder mit einer schlechten Vorbereitung noch mit Aufregung in Verbindung steht, ist das falsche Anwenden der Klausurtechnik. Auf die Klausurtechnik des sogenannten Gutachtenstils wird gerade in den Anfangssemestern eine erhöhte Priorität zugedacht. Dieser Gutachtenstil muss beherrscht werden, denn er verfolgt den Einzelnen bis zum Examen und muss auch da richtig angewandt werden. Dabei sollte man beachten, dass der Gutachtenstil nicht eine nervige Beschäftigungstherapie beim Schreiben von Klausuren ist. Er ist vielmehr eine Hilfestellung für den Studierenden. Durch die vierteilige Prüfung jedes Tatbestandsmerkmales werden die Probleme erst richtig deutlich. Es ist daher sehr wichtig, diesen Gutachtenstil zu beherrschen. Um diesen gut zu beherrschen, sollte man einige Klausuren zur Übung des Gutachtenstils schreiben.

Der Neuanfang

Hat man die Analyse abgeschlossen und seine Fehler sowie Probleme gefunden, sollte man nun mit der Umsetzung des Neustarts beginnen. Je nach Prüfungssystem hat man bis zur nächsten Klausur nur einige Wochen, manche haben auch ein ganzes Semester Zeit, um sich vorzubereiten. Hat man nur Wochen bis zur Wiederholungsklausur, muss man sich sofort Gedanken machen, wie eine optimale Vorbereitung aussieht, aber auch wenn man ein ganzes Semester Zeit hat, sollte man sofort beginnen, denn neben der Vorbereitung auf die Nachprüfung läuft nebenher der normale Vorlesungsalltag mit Tutorien und propädeutischen Übungen sowie Seminaren. Daher ist es sowohl bei einer kürzeren als auch bei einer längeren Vorbereitungszeit wichtig, eine gute Struktur und Organisation des Lernens vorzunehmen. Weiterhin sollte man sich einen Lernplan aufstellen und wenn man Angst hat, diese Situation nicht bewältigen zu können, muss man sich gegebenenfalls Hilfe von Dritten holen.

Organisation und Struktur

Bei der Vorbereitung auf eine Wiederholungsklausur muss jedem bewusst sein, dass er sich in einer besonderen Situation befindet, die bei Nichtbestehen der Klausur möglicherweise zur Zwangsexmatrikulation führt. Es ist deshalb von hoher Priorität, in diesem Moment seine Konzentration hauptsächlich auf das Studium zu richten. Das soll nicht heißen, dass man 7 Tage die Woche lernen, Familie und Freunde vernachlässigen und den Sport– und anderen Freizeitaktivitäten nicht mehr nachgehen soll. Aber ein geregelter Tagesablauf ist zur Vorbereitung auf die Klausur sehr wichtig. In der Folge heißt dies, dass man sich 5 Tage die Woche 5-8 Stunden pro Tag mit dem Studium beschäftigen sollte. Den Samstag sollte der Einzelne auch alle 14 Tage zum Lernen nutzen. Den Sonntag sollte man sich hingegen immer als Ruhetag nehmen. Folglich hat man alle 14 Tage  dann ein Wochenende frei und an diesem kann man dann feiern gehen oder seine Familie und Freunde besuchen.

Wichtig ist, dass man an den Tagen, an welchen man lernt, einen geregelter Tagesablauf hat und dabei auch seinen Zeitplan einhält. Der eine ist Frühaufsteher und beginnt jeden Morgen um die selbe Zeit, der andere schläft lieber etwas länger und beginnt dann mittags. Dabei ist nur zu beachten, dass man es schafft, seinen Tagesplan einzuhalten und sich nicht von anderen Sachen ablenken lässt. Für viele ist das Lernen zu Hause daher ein großes Problem, weil zu viele Sachen wie Computer, Fernseher, Mitbewohner usw. sie ablenken. Es ist daher ratsam, in die Bibliothek zu fahren und dort zu lernen. Dies hat außerdem die Vorteile, dass man alle wichtigen Bücher zu seinem Themengebiet hat und auch Kommilitonen meist vor Ort sind, die einem bei Fragen und Problemen weiterhelfen können.

Lernplan

Weiterhin ist neben einem strukturierten Tagesablauf ein Lernplan sehr wichtig. Ein solcher Lernplan ist für eine zielgerichtet Vorbereitung von hoher Bedeutung. Ein Lernplan gibt dem einzelnen Studierenden vor, welches Themengebiet er an welchem Tag durchnehmen soll. Dies hat zum Einen den Vorteil, dass man einen klaren Plan hat und keine Themengebiet vergisst, und dass man auch alle Themengebiete zeitlich abdeckt und vor der Klausur nicht in Zeitnot gerät. Mehr zum Thema „Aufstellen von Lernplänen für Zwischenprüfungen“ gibt es hier.
Sollte der Einzelne bei der Aufstellung eines Lernplanes Probleme oder nicht genügend Zeit haben, kann sich der Studierende auch die Hilfe eines Repetitors nehmen, welcher dann individuell für den Einzelnen einen solchen Lernplan aufstellt.

Einzel-Repetitorium

Viele Studierende fühlen sich nach dem Durchfallen in einer Zwischenprüfungsklausur völlig alleine gelassen, überfordert und demotiviert. Zugleich kommt die Angst um die Zukunft. Ist Jura das richtige Studium für mich? Vielen fehlt dann einfach der Mut und die Motivation, einen Neustart hinzulegen und aus eigener Kraft eine gute Vorbereitung auf die Wiederholungsklausur vorzunehmen. Wenn man sich in einer solchen Situation befindet und das Studium fortführen will, sollte man sich Hilfe von Dritten holen. Ein Repetitor schaut sich dann die Zwischenprüfungsklausur an und sieht mit seinem geschulten Auge, wo die Probleme liegen. Weiterhin überprüft er in der ersten Sitzung, welche Kenntnisse der Einzelne hat. Auf dieser Grundlage wird zunächst ein Lernplan erstellt und ein Ablauf für die Zeit bis zur Klausur besprochen. Man hat dann mit dem Repetitor aller zwei bis vier Wochen einen Besprechungstermin. In der Zeit bis zum Besprechungstermin muss der Studierende die Themen, die der Lernplan vorgibt, bearbeiten. Beim Besprechungstermin werden dann die bearbeiteten Themengebiete mit Hilfe von Fällen und Beispielen nochmals durchgesprochen. Dies hat den großen Vorteil, dass man eine Motivation hat, den Stoff zu lernen, weil man sich nicht vor dem Repetitor mit Nichtwissen blamieren will, dass man bei Sachen, die nicht richtig verstanden worden sind, diese nochmal verständlich erklärt bekommt und dass man immer ein Feedback bekommt, wie der eigene Stand ist. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass man immer einen Ansprechpartner auch zwischen den Besprechungsterminen hat. Stellt sich ein Problem beim Lernen ein und man kommt nicht weiter, so kann man jederzeit den  Repetitor anrufen und dieser ruft noch am selben Tag zurück und hilft einem weiter. Auch ist der Repetitor eine Bezugsperson, die dem Studierenden, der Prüfungsangst hat, durch gezieltes Aufzeigen der Kenntnisse vermittelt, dass die Prüfung gut gemeistert werden kann.

Anmerkungen

Jura Individuell informiert Sie über das juristische Studium vom ersten Semester bis zum zweiten Staatsexamen. Lesen Sie daher unsere nützlichen Artikel zur Motivation im Studium, über die Organisation und Struktur im Jura-Studium, über die Überwindung von Prüfungsangst, warum man sich für ein Jura Studium entscheiden sollte und was man gegen Lernprobleme machen kann. Außerdem beschäftigen sich unsere Artikel mit den Themen  des richtigen Lernens im Studium, dem Schutz gegen Überarbeitung  (Burnout) und wie man sich verhalten sollte, wenn man durch eine Prüfung durchgefallen ist. Weiterhin geben wir nützliche Tipps  zur Anfertigung einer Klausur oder Hausarbeit  sowie Vorbreitungshilfestellungen für die mündiche Prüfung.

Des weiteren erhalten Sie Hilfestellungen bei der Vorbereitung und Anfertigung der  Abschluss-, Schein-, Zwischenprüfungsklausuren (Zivilrecht, Öffentliches Recht, Strafrecht) und des  Staatexamen (Ablauf, mündliche Prüfung, Die Klausuren, Die Vorbereitung, Examen im Zivilrecht, Examensplan). Wir informieren Sie ebenfalls über Crashkurse zur Vorbereitung auf Klausuren und das Referendariat (Der erste Tag, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz).

Erfahren Sie mehr über die Tradition der Repetitorien, die Geschichte der modernen Universität, das Beamtentum, die Notwendigkeit der Repetitorien bei der Klausur- und Examensvorbereitung, die verschiedenen Formen von Repetitorien, den Ablauf des Individualunterrichtes sowie den Nutzen von ergänzenden juristischen Privatunterricht.

 

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