Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Jura

Alle, die sich für ein Jurastudium in Frankfurt Oder (FFO) oder allgemein für ein Jurastudium interessieren, finden hier einen Überblick über das Studium in FFO. Hier werden sowohl die Stadt, die Uni als auch die Fakultät vorgestellt werden.

I. Frankfurt (Oder)

Frankfurt (Oder) ist eine an der Oder gelegene kreisfreie Stadt im östlichen Brandenburg. Sie liegt unmittelbar angrenzend zu der polnischen Stadt Slubice. Seit der Neugründung der Europa-Universität Viadrina im Jahre 1991 ist Frankfurt Oder auch wieder Universitätsstadt. Zurzeit leben in Frankfurt Oder 58.100 Einwohner, wovon knapp 7000 Studenten sind. Frankfurt an der Oder liegt knapp 100 km von Berlin entfernt und ist mit dem Regionalverkehr in knapp 1 Stunde zu erreichen, was die Universität auch bei den Berlinern sehr beliebt macht.

II. Die Universität

Die Universität in Frankfurt wurde im Jahre 1506 erbaut und gegründet. Allerdings im Jahre 1811 wieder geschlossen. Im Jahre 1991 wurde die Uni neu gegründet. Der Name „Viadrina“ bezieht sich auf den lateinischen Namen der Oder „Viadrus“, was übersetzt „die an der Oder gelegene“ bedeutet. Es gibt insgesamt drei Fakultäten: eine Kulturwissenschaftliche, eine Juristische und eine Wirtschaftswissenschaftliche. Alle Fakultäten befinden sich auf einem Campus, was zusätzliche Fahrerei erspart. Allerdings finden die Sprachkurse so wie manche Fächer entweder auf der polnischen Seite in Slubice oder auch im Sprachenzentrum, der 5 km von der Uni liegt, statt. Die Uni befindet sich in der Große Scharnstraße 59. Durch den guten ÖPNV und die kurzen Wege ist man schnell überall in der Stadt und begegnet eigentlich immer anderen Studenten. Auf dem Unigelände sind die Studenten fast schon unter sich. Die Stadt lebt von den ihnen, denn diese mache einen großen Teil des Stadtlebens aus.

III. Die juristische Fakultät

1. Das Gebäude

Die juristische Fakultät befindet sich ebenso in der großen Scharnstraße 59 und ist sehr leicht aufzufinden.
Die Bibliothek ist sehr großzügig und modern gehalten, es sind immer freie Plätze vorzufinden. Die Arbeitsatmosphäre in der Bibliothek ist auch wunderbar. So sind an jedem Platz Steckdosen und das Internet vorhanden. Des Weiteren liegt eine schöne Entspannungszone in der Mitte der Bibliothek. Die Ausstattung ist für die Ausbildung sehr gut. Es gibt zwar sehr viele Bücher, vor allem alle wichtigen Kommentare und Lehrbücher. Allerdings befinden sich diese nicht immer auf dem neuesten Stand. Vor allem in der Hausarbeitszeit ist es teilweise schwer eine aktuelle Auflage zu finden, da alle vergriffen sind.

2. Zahlen, Daten & Fakten

An der Fakultät gibt es 21 Lehrstühle, die gemeinsam mit insgesamt 10 Honorarprofessoren und 21 hauptamtliche Professoren aus der Wirtschaft, der Rechtspflege und der Verwaltung ein großes Spektrum der Rechtswissenschaft abdecken. Die juristische Fakultät ist trotz der ca. 1500 Studenten aufgrund der Konzentration auf wenige Gebäude überschaubar. Die Universitätsbibliothek kann unter der Woche von 09:00 Uhr bis 21:00 Uhr genutzt werden und am Wochenende von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

3. Organisation des Jurastudiums

A) Anfangsphase und kleine Scheine

Im ersten Semester startet man in FFO mit den Grundkursen Zivilrecht I, Strafrecht I und Öffentliches Recht I, die jeweils von Arbeitsgruppen begleitet werden. Die Arbeitsgruppen sind zwar keine Pflichtveranstaltungen, es ist trotzdem anzuraten alle Arbeitsgruppen zu besuchen, denn diese vermitteln die Anwendung der Theorie.

Im ersten Semester geht es thematisch im Zivilrecht um den BGB AT, im Strafrecht um den StGB AT und im Öffentlichen Recht um Staatsorganisation. Ebenfalls besucht man im ersten Semester wahlweise eine Rechtsgeschichts-/Logik- oder Philosophievorlesung, welche mit einer Abschlussklausur am Ende des Semesters beendet wird. Insgesamt schreibt man Ende des ersten Semesters die drei Grundkursklausuren und eine Klausur des Zusatzfachs. Das zweite Semester beginnt eigentlich schon während der vorlesungsfreien Zeit des ersten Semesters. In dieser Zeit ist es empfehlenswert, kleine Hausarbeiten für Anfänger anzufertigen, welche man auch für eine erfolgreiche Zwischenprüfung braucht. Im zweiten und dritten Semester besucht man ebenso Grundkurse der Fächer Strafrecht, Zivilrecht und öffentliches Recht, welche man wiederum mit drei Abschlussklausuren abschließt. Wenn man nach dem dritten Semester soweit ist, mindestens sechs der zehn Klausuren bestanden hat, hat man die Zwischenprüfung.

B) Große Scheine

Nach der Zwischenprüfung fängt das so genannte Hauptstudium an. Es werden große Übungen (auch „Übungen für Fortgeschrittene„ genannt) angeboten, in denen wiederum Klausuren geschrieben werden. Insgesamt sollte man in jedem Fach eine Klausur und eine Hausarbeit bestanden haben, um alle großen Scheine zu bekommen.

In dieser Zeit sollte man auch die praktische Studienzeit absolvieren und – wenn
noch nicht geschehen – die Schlüsselqualifikation etc. bestehen. Ebenso wird in dieser Zeit der Stoff im Strafrecht, Zivilrecht und öffentlichen Recht durch weitere Vorlesungen erweitert und vertieft.

C) Schwerpunktstudium

Wenn man alle Übungen bestanden hat, beginnt in FFO die Qual der Wahl bei den Schwerpunktbereichen. Dieser fließt zu 30% in die Endnote ein und setzt sich aus einer Klausur (60%) und einer mündlichen Prüfung, die zu 40% zählt, zusammen. Die Seminararbeit als dritte Leistung wurde vor kurzem abgeschafft. In FFO werden sehr viele unterschiedliche Bereiche als Schwerpunkte angeboten. Manche Schwerpunktbereiche sind dabei sehr beliebt und andere haben dagegen eine ausgezeichnete Betreuungsquote. In FFO werden 14 Schwerpunktbereiche angeboten. Diese sind:

1 Zivilrechtspflege
2 Zivilrecht und Zivilverfahrensrecht in der Praxis
3 Strafrechtspflege
4 Wirtschaftsrecht
5 Gesellschafts– und Wirtschaftsrecht
6 Staat und Verwaltung
7 Internationales Recht
8 Europarecht
9 polnisches Recht
10 Medienrecht
11 Internationales europäisches Privat- und Verfahrensrecht
12 Europäisches und internationales Privatrecht
13 Völkerrecht
14 Arbeit und Soziales – Versicherungen

Mehrere Schwerpunktbereiche unterteilen sich zusätzlich in bis zu drei Unterbereiche.

D) Examensvorbereitung und Examen

Nach dem Schwerpunkt ist vor dem Examen. Wer erfolgreich den Schwerpunkt abschließt, beginnt auch in FFO die wahrscheinlich stressigste Phase des Studiums: die Examensvorbereitung.
An dieser Stelle muss man leider auch eine traurige Wahrheit ansprechen: Frankfurt Oder hat eine relativ hohe Durchfallquote im ersten Staatsexamen in Berlin-Brandenburg. Dies liegt daran, dass die Universität relativ hohe Anforderungen an die Studenten stellt.

Allerdings nimmt die Fakultät diesen Trend nicht einfach hin, sondern weitet die Angebote im Bereich der Examensvorbereitung aus bzw. hat diese schon ausgebaut. Neben dem Examinatorium, in welchem der Stoff des Examens wiederholt wird, gibt es den Klausurenkurs sowie eine Simulation der mündlichen Prüfung. Der Klausurenkurs findet immer mittwochs und freitags statt.
Neben den universitären Angeboten in der Examensvorbereitung kann man sich auch in Frankfurt (Oder) zu einem kommerziellen Repetitor wie Hemmer begeben, um sich dort auf das Examen vorzubereiten.

4. Sonstiges

A) Auslandsstudium, Moot Courts und Zertifikatsstudium

Vor allem an der „Europa Universität Viadrina“ hat man während des Studiums viele Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen. Zum einen kann man über das Erasmusprogramm ein oder zwei Semester im Ausland studieren, zum anderen gibt es mehrere Kooperationen mit Universitäten anderer Länder.Dort kann man zum Beispiel seinen Master belegen. Wer kein ganzes Semester im Ausland und gleichzeitig Erfahrungen in juristischer Debatte sammeln möchte, kann in FFO an einem der Moot Courts teilnehmen. Diese werden als Schlüsselqualifikationen angeboten. Zusätzlich zum Staatsexamen kann man auch ohne großartigen Aufwand einen Bachelor erwerben.

B) Wohlfühlfaktor

Frankfurt (Oder) hat als klassische Studentenstadt und den selbstbestimmten Aufbau des Studiums einen hohen Wohlfühlfaktor. Die Lage ist direkt an der Oder und im Sommer kann man im Sommergarten der Mensa auch mit Odersicht Mittagessen, was sehr zu empfehlen ist. Auch dadurch, dass Polen angrenzend ist, kann man nicht nur günstig tanken, sondern auch günstig einkaufen, günstig Haare schneiden und sehr günstig und lecker essen gehen. (Für die Raucher unter uns: Zigaretten kann man dort auch knapp zum halben Preis kaufen). Durch die auch für Studenten günstigen Preise kann man vieles erleben ohne ein Vermögen ausgeben zu müssen. Auch werden viele sportliche Aktivitäten angeboten. Die Uni hat zum Beispiel ein eigenes Fitnessstudio und es werden Sportarten wie Handball, Volleyball und Kampfsport angeboten. Die Party peoples unter uns kommen auch nicht zu kurz, denn es werden regelmäßig Studentenpartys angeboten. Die Stadt verfügt darüber hinaus über viele Bars und einige Diskotheken.

C) Wohnungsmarkt

Der Wohnungsmarkt in Frankfurt an der Oder ist sehr entspannt, die Studentenwohnheime sind nicht ausgelastet und es wird sich immer ein Zimmer finden. Die Mietpreise sind sehr niedrig. Für 230 € bekommt man schon ein wunderschönes Zimmer mit Oderblick – Wasser, Strom und Internet inklusive. Wer auf WGs steht, wird auch nicht enttäuscht werden, denn es werden sehr viele Wohngemeinschaften angeboten. Auch eine eigene Mietwohnung ist überhaupt kein Problem und für jeden bezahlbar.

D) Angebote neben dem Studium

Tatsächlich kann man in Frankfurt an der Oder nicht nur studieren. Es werden sehr viele Aktivitäten für Studenten angeboten: Hochschulsport, Konzerte, Kunstausstellungen, Stadtführungen. Auch gibt es einen Uni Orchester, bei dem jeder mitspielen kann. Des Weiteren befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Uni zwei Einkaufszentren und mehrere Fitnessstudios, wie z. B. Mc Fit.

E) Homepage

Weitere Einblicke in das Jurastudium findet man auf der Homepage der Fakultät unter: https://www.rewi.europa-uni.de/de/index.html

IV. Fazit

Das Studium in Frankfurt (Oder) bietet viele Vorteile. Durch den niedrigen NC kann hier fast jeder auf hohem Niveau Jura studieren. Man hat eine ruhige Stadt ohne viel Hektik, mit allem, was Studenten brauchen. Alles befindet sich in unmittelbarer Nähe und ist gut zu Fuß oder Fahrrad zu erreichen. Die Professoren sind motiviert und die Uni lässt einen bei Problemen durch viele Beratungsangebote nicht im Stich. Durch die überschaubare Größe der Uni ist das Uni Leben sehr familiär. Man findet sehr schnell Freunde und hat auch tatsächlich Kontakt zu den Professoren. Auf der anderen Seite wird die Uni für Großstadtfanatiker nichts sein, denn vor allem in den Semesterferien ist sehr wenig los.

 

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  1. Michail

    04.05.2017, um 15:56 Uhr

    Danke für diesen tollen Artikel!

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